Anmelden
Archiv
Auch Tschechisch wurde in Trub gesprochen
Auch Tschechisch wurde in Trub gesprochen Trub: Seit der vergangenen Woche grüsst man sich in Trub auch mit «Dobrý den». 46 Kinder und Erwachsene aus der tschechischen Partnergemeinde verbrachten hier eine Ferienwoche.
Am vergangenen Freitag blieben in Trub die Schulbücher in den Pulten, in den Schulzimmern wurde dafür gemalt, getanzt, gesungen und gespielt. Es war der letzte Tag einer ereignisreichen Ferienwoche für 46 Kinder und Erwachsene aus der Truber Partnergemeinde Novosedly nad Nezarkou aus Tschechien. Zum zweiten Mal nach 1997 machten Kinder aus dem südböhmischen Dorf eine Woche lang Bekanntschaft mit dem Emmental und der Schweiz.
Nach der Ankunft am Montag verbrachten die Besucher aus dem 650-Seelendorf den ersten Ferientag zusammen mit den Gastfamilien. «Wir hatten viel Spass zusammen und spielten auch Fussball», erzählte Jessica Fankhauser, die mit ihrer Familie zwei Kinder beherbergte.

Englisch und deutsch sind beliebt
Ein von der Gemeinde organisierter Informations- und Erlebnistag stand am Mittwochmorgen auf dem Programm, sogar Politik war ein Thema. Die 20-jährige Barbora erinnert sich gerne an diesen Tag zurück und erzählte von ihren Erlebnissen in fliessendem Englisch: «Mir gefällt die Landschaft, es ist still und friedlich. Sogar Bern ist im Vergleich zu Prag ein kleiner und ruhiger Ort.» Jan, der später Informatik studieren will, ist von der Schweizer Direktdemokratie beeindruckt. «Das sollte Tschechien übernehmen!», sagte der 17-jährige Gymnasiast, der sich auf das Studium an der technischen Universität Prag vorbereitet. Wie viele der Gäste aus Novosedly spricht Jan englisch und sogar etwas deutsch. Und wenn es trotzdem zu Verständigungsproblemen kam, half eine Dolmetscherin.

Holzblumen und drei Veteranen
«Není nutno», so heisst ein beliebtes tschechisches Volkslied, das mit «Es ist nicht nötig» übersetzt werden kann. Der Text zu der fröhlichen Melodie aus dem Film «Drei Veteranen» erzählt von den Dingen, die im Leben wirklich entscheidend sind, nämlich gute Freunde und Eltern. Und ferner: «Kein Geld haben ist nicht schlimm, kein Herz dagegen sehr!» An einem der fünf Posten wurde am Freitag die tschechische Weise zusammen mit dem Emmentalerlied für eine Schlussfeier am Nachmittag einstudiert. Schulleiter Beat Fuhrer entpuppte sich dabei als virtuoser Barde und Musiklehrer, der sowohl Kinder als auch Erwachsene zu begeistern vermochte.
Währenddessen wurden im Keller Holzblumen bemalt, diese werden auf dem Schulhausareal zur Erinnerung an die Ferienwoche aufgehängt. Nebst musischen gab es natürlich auch sportliche Posten, so wurde fleissig für ein Fusballspiel Schweiz–Tschechien trainiert. Bei der Tannzapfen-Staffel war auch Geschicklichkeit gefragt. Als besonders schneller Läufer erwies sich der grossgewachsene Robert. Kein Wunder, er hält sich mit Handball und Jogging fit. Wie Jan zieht es auch ihn zum Studium nach Prag.

Gegenbesuch ist schon geplant
Eine Line-Dance-Darbietung für den Nachmittag wurde mit Claudia Fankhauser vorbereitet. Während sie mit den Kindern die Tanzschritte einübte, klang schon etwas Wehmut für den kommenden Tag mit, denn dann hiess es Abschied nehmen von den Gastkindern. «Ohne Tränen wird das wohl nicht gehen», bekannte die Tanzlehrerin. Ob es ein Wiedersehen gibt? Die Chancen stehen gut, schon im kommenden Jahr ist eine Ferienwoche für Truber Kinder in Novosedly geplant.
29.08.2013 :: Benjamin Stocker-Zaugg
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr