Wenn das Museum zur Backstube wird

Wenn das Museum zur Backstube wird
Bruno Kindler kontrolliert das Brot im Holzofen. / Bild: Willi Blaser (wbk)
Konolfingen: Im Dorfmuseum wurde die neue Sonderausstellung «Chorn-Mähl-Brot» eröffnet. Hier wird die Geschichte vom Korn zum Brot mit allen Sinnen erlebbar.

Kaum ins Dorfmuseum Alter Bären in Konolfingen eingetreten, weht einem der angenehme Duft von frisch gebackenem Brot entgegen. Ein paar Schritte weiter gibt es den Getreideanbau vom Ursprung bis heute zu erleben. Da fehlen die ursprünglichen Getreidearten ebenso wenig wie die alten und neuen Gerätschaften. Eindrücklich erlebt man im Film oder auf Bildern die Entwicklung vom Anbau bis zur Ernte. Wer kennt heute noch das Dreschen von Hand, das Spreu vom Korn trennen mit der Getreidewanne und später mit der «Röndle»? Diese mühsame und zeitraubende Tätigkeit wird heute in einem Arbeitsgang mit der Dreschmaschine auf dem Feld erledigt.

Neben den einzelnen Getreidebündeln in der Vitrine kommt auch das Spüren nicht zu kurz. So kann das Getreide in einem alten «Mässtrychi» mit der Hand gespürt werden. Inspiriert von Mühle-Filmen darf man auf einer kleinen Handmühle selber Mehl mahlen. 


Leidenschaft ist spürbar

«Die Ausstellung soll mit allen Sinnen erlebbar sein, das war unser Ziel. Dank der Unterstützung von Profis – vom Bauer und Müller bis hin zum Bäcker – ist uns das gelungen», freute sich Co-Museumsleiter Werner Weber. Viel Lob erhielten die Ausstellungsmacher vom Bäcker-Confiseure-Verband Bern-Solothurn. Er führte im Dachstock des Museums die Vorstandssitzung durch und anschliessend konnte die Ausstellung besichtigt werden.

Vielfältige Schaustücke an Broten, Torten und Schokoladeskulpturen sind im zweiten Zimmer der Ausstellung zu bestaunen. Peter Schüpbach, der ehemalige Konolfinger Bäcker und ehemalige Berufsschullehrer in Aarau, hat mit der Unterstützung von Berufskolleginnen und -kollegen das Säli gefüllt. «Es ist einfach wunderbar: Ein Stück Teig wird nach einer Stunde im Backofen zu einem vollkommenen und wertvollen Lebensmittel», erklärte er den Besuchenden an der Eröffnung. Auch der Lehrlingsausbildung hat Schüpbach einen Teil im Säli gewidmet.

Zum Schluss konnten alle Besuchenden das Endprodukt Brot geniessen. Dank der Zusammenarbeit mit der IG Urdinkel in Bärau, der Mühle Strahm und der Bäckerei Berger (beide Münsingen) durften alle ein frisch gebackenes Urdinkel-Mütschli mit nach Hause nehmen. Zeitweise wird – wie bei der Eröffnung – im Holzofen frisches Brot gebacken. Die Ausstellung zeigt aber auch, dass nicht nur Brot und andere Gebäcke aus Getreide entstehen können. So werden auch Bier aus der regionalen Brauerei «Mein Emmental» und Kaffeeersatz-Produkte der Konolfinger Firma Berger AG mit vielen Zusatzinfos gezeigt.

10.03.2022 :: Willi Blaser (wbk)