Braucht die Gemeinde Trubschachen einen neuen Werkhof?

Braucht die Gemeinde Trubschachen einen neuen Werkhof?
Ernst Herrmann wird seine Sägerei aus Altersgründen stilllegen. Hier könnte unter anderem der Werkhof der Gemeinde entstehen. / Bild: Ruedi Trauffer
Trubschachen: Statt die Geräte und das Material an vielen Orten zu verstauen, könnte die Gemeinde auf dem Areal der Sägerei Herrmann einen Werkhof realisieren.

Die Zeiten sind längstens vorbei, als der Gemeindewegmeister tagelang mit Handkarren, Schaufel und Besen auf den Strassen unterwegs war und zum Verstauen seiner Gerätschaften kaum mehr als eine Besenkammer brauchte. Der Maschinen- und Fahrzeugpark der Gemeinde ist im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte gewachsen: Traktor, Rasenmäher, Schneepflüge und -fräsen, Salz- und Kiesstreuer, Wischbürsten, dazu Werkzeuge verschiedenster Art, Absperrmaterial, diverses Baumaterial, Schachtdeckel, Treibstoffreserven und vieles mehr. Alles ist heute an vier verschiedenen Standorten im Dorf verstreut untergebracht. «Oft sind die Magazine eng, was die Arbeitsabläufe erschwert», sagt der zuständige Gemeinderat Bernhard Kunz auf Anfrage

Zweimal im Jahr müssen die Gerätschaften – Sommer- und Wintermaterial – umplatziert werden. Ein Werkhof an einem zentralen Standort wäre die idealere Lösung, ist für den Gemeinderat klar. 

Aber wo soll er gebaut werden? Mit dieser Frage befasst sich der Rat seit längerer Zeit. Verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft. Beim Schulhaus Hasenlehn ist zu wenig Platz vorhanden; die Räumlichkeiten in der Mehrzweckanlage sind zu verwinkelt. Auf der Suche nach einem neuen Standort stiess der Gemeinderat schliesslich auf das Areal der Sägerei Herrmann.


Sägeareal soll verkauft werden

Ernst Herrmann, der die Sägerei von seinem Vater (in fünfter Generation) übernommen hat und seit 1978 betreibt, möchte das Geschäft nächstens aus Altersgründen aufgeben. Keiner der Interessenten konnte ihn mit den Plänen für einen Weiterbetrieb überzeugen. Weil sich das Quartier unterdessen zur Wohnzone entwickelt habe, sei ein Sägereibetrieb ohne einen gewissen Lärmpegel einfach nicht zu «managen», erklärt Herrmann. So habe er sich entschlossen, das ganze Areal zu verkaufen. Die Verhandlungen mit einem Interessenten seien am Laufen. Die Gemeinde möchte sich eine Teilfläche des Sägeareals durch einen Vorkaufsvertrag sichern. Die Idee ist, dass hier nicht nur ein neuer Werkhof gebaut werden soll, sondern auch die Wertstoffsammelstelle soll an diesen Platz verlegt und moderner eingerichtet werden, so dass weniger Lärmemissionen entstehen.


Finanzen werden wohl entscheiden

Ob das Projekt umgesetzt werden kann, hänge unter anderem von der Finanzierbarkeit ab, betont Gemeinderat Bernhard Kunz. Der Gemeinderat habe ein Richtprojekt in Auftrag gegeben, um überhaupt den Landbedarf einschätzen zu können. Sobald das Vorhaben konkreter wird, werde er mit einer entsprechenden Vorlage an die Stimmberechtigten gelangen. Für den Landerwerb könnte dies schon recht bald der Fall sein. Da in den nächsten Jahren einige grosse «Brocken» die Finanzen der Gemeinde strapazieren und die Reserven des Eigenkapitals zum Schrumpfen bringen werden, will Bernhard Kunz nichts überstürzen. «Vielleicht müssen wir den Bau, so wünschenswert er wäre, noch etwas zurückstellen. Dies betrifft aber die Neugestaltung der Wertstoffsammelstelle nicht, da diese über eine andere – volle – Kasse realisiert werden kann.»

Und die bisherigen Räumlichkeiten, Magazine, Garagen? Werden diese danach leer stehen? Nein, antwortet Kunz. Bedarf und Interesse von Privaten wie auch von anderen Gemeindestellen sei vorhanden und bereits angemeldet.

30.12.2021 :: Ruedi Trauffer