Ein nervenaufreibendes Derby mit dem besseren Ende für den Underdog

Ein nervenaufreibendes Derby mit dem besseren Ende für den Underdog
Die Schüpbacher jubeln. Vor 241 Zuschauerinnen und Zuschauern gewinnen sie das Cup-Derby gegen Grünenmatt. / Bild: Lisa Willener (lwh)
Unihockey, Cup: In einem spektakulären Spiel gewinnt Erstligist Schüpbach gegen das NLB-Team von Grünenmatt mit 6:4. Auch auf den Zuschauerrängen ist für Emotionen gesorgt.

Die Schiedsrichter kommen gerade joggend von ihrer Einlaufrunde zurück und machen sich auf den Weg in ihre Garderoben. Der Kiesweg knirscht unter den Schuhen, Fans grüssen sich untereinander. An der Eingangstür zur Oberfeld-Sporthalle in Langnau macht ein Zettel auf die Zertifikatspflicht aufmerksam. Für viele ist dies schon fast Normalität, und so dauert es nicht lange, bis alle ihren QR-Code auf Papier oder Handy vorgewiesen haben.

Schon auf dem Weg zu den Zuschauerrängen ist das bekannte Geräusch von Unihockeystöcken auf dem Hallenboden zu vernehmen. Die Mannschaften sind am Einschiessen. Je länger es dauert, desto mehr füllt sich die Halle mit Unihockey-Begeisterten. Als die Mannschaften unmittelbar vor Spielbeginn das Feld betreten, klatschen noch alle Zuschauer. Doch bei der Präsentation der Startformation wird schnell klar, wo der Schüpbach- und wo der Grünenmatt-Anhang sitzt. Beide Teams können ungefähr auf eine gleich laute Fangemeinschaft zählen.


Starkes zweites Drittel

Schüpbach (1. Liga) gegen Grünenmatt (NLB): Die Affiche dieses Cupspiels hat nicht zu viel versprochen. Von der ersten Minute an zeigen beide Teams ein starkes Spiel und kommen zu gefährlichen Chancen. Ein Ball fliegt so knapp am gegnerischen Tor vorbei, dass ein Zuschauer auf Schüpbacher Seite schon einen Freudenschrei ausstösst. Für Motivation sorgen zudem die Ersatzspieler. Sobald ein Team den Ball unter Kontrolle hat, hört man von der jeweiligen Bank rhythmisches Klatschen.

Auch für die beiden Unparteiischen gibt es viel zu tun. Da fliegt ein Stock, hier gibt es einen überharten Zweikampf. Die Fans halten sich ebenfalls nicht zurück. «Was – gäge üs?» Eine vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters wird auf den Zuschauerrängen lautstark kritisiert.

Dann fällt das erste Tor für die Mätteler. Auf Schüpbacher Seite wird es still. Erst beim Wiederanpfiff wird über das Goal diskutiert, doch lange müssen die in Gelb-Blau spielenden Schüpbacher nicht auf den Ausgleich warten. Nach einem Weitschuss zappelt der Ball im gegnerischen Netz. Jubelnd springen die Mitspieler von der Bank, die Zuschauer klatschen und recken die Fäuste in die Höhe. Die Unterklassigen zeigen danach nicht nur ein starkes Spiel, sondern haben scheinbar auch Gefallen am Toreschiessen gefunden. Im zweiten Drittel gehen sie erstmals in Führung und schiessen auch gleich noch Goal Nummer drei und vier.


Beinahe noch aufgeholt

Auf der Bank von Grünenmatt wirken die Spieler angespannt. Tatsächlich drehen die Mätteler noch einmal auf und kommen sogar fast zum Ausgleich. Aus neutraler Sicht bleibt das Derby spannend, für die eingefleischten Fans wird es immer mehr zu einer nervenauftreibenden Partie.

Schlussendlich können die unterklassigen Schüpbacher die Führung aber verteidigen und kommen zu einem verdienten 6:4-Sieg. Die Freude unter den Mitspielern und den Fans ist gross. Auch als neutrale Zuschauerin geht man mit einem Lächeln aus der Halle – und freut sich darüber, ein spannendes Unihockeyspiel gesehen zu haben.

07.10.2021 :: Lisa Willener (lwh)