Mit Frostkerzen gegen die Kälte

Mit Frostkerzen gegen die Kälte
Das Tief Ulli brachte nach einer warmen Periode Schnee und Kälte. Mit Frostkerzen schützen Grunders die Kirschblüten vor dem Erfrieren. / Bild: Schüpbach Rebekka (rsz)
Zäziwil: Aufgrund des warmen Wetters in den letzten Wochen blühen die ersten Kirschbäume bereits. Wegen des Wintereinbruchs müssen sie deshalb vor dem Frost geschützt werden.

Dass die Kirschbäume so früh blühen, sei in den letzten Jahren normal geworden, sagt Obstbauer Urs Grunder. Er kontrolliert das Thermometer in der Anlage: «Hier drinnen ist es null Grad, draussen etwa zwei, drei Grad kälter», stellt der erfahrene Obstbauer fest. Ein kleiner aber wesentlicher Unterschied. Denn Frost während der Blütezeit, kann Ernteeinbussen zur Folge haben bis hin zum Totalschaden. Deshalb haben die Grunders vorgesorgt und sich schon im letzten Jahr einen entsprechenden Vorrat an Frostkerzen zugelegt. Rund 64 von diesen mit Wachs gefüllten Eimern brennen an diesem Dienstagmorgen unter den Kirschbäumen. «Wir haben sie entzündet, als sich die Wolken um fünf Uhr morgens verzogen haben und die Temperatur sank», erklärt Grunder. Das genaue Timing ist nicht zuletzt eine Frage des Geldes. Jeder dieser Eimer kostet zwölf Franken und brennt maximal zehn Stunden lang. Mehrere Frosttage im Jahr können also schnell ins Geld gehen: «Pro Hektare rechnet man mit rund 300 bis 350 Kerzen am Tag und Materialkosten von rund 4000 Franken», rechnet Grunder vor. Dabei nicht eingerechnet sind der Arbeitsaufwand, sowie weitere Schutzmassnahmen. Beispielsweise wurden über den Bäumen Platikplanen aufgespannt, welche unter anderem die Wärme zurückhalten. Zudem ist auf Kniehöhe eine Bewässerungsanlage installiert. Diese hilft durch das stetig tropfende Wasser ebenfalls mit, ein zu starkes Absinken der Temperatur zu verhindern.


Bald wird es wieder wärmer

Ein paar Reihen weiter stehen noch mehr Obstbäume unter freiem Himmel. «Spätere Kirschensorten, sowie die  Zwetschgenbäume blühen noch nicht und müssen deshalb nicht geschützt werden», sagt Urs Grunder. Bis am Freitag, so schätzt er, werden die Frostkerzen noch brennen. Danach versprechen die Meteorologen wieder Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Bis zur ersten Ernte dauert es hingegen noch ein paar Monate. «Mitte bis Ende Juni werden wir die ersten Kirschen der frühesten Sorte ernten können», hofft Urs Grunder. «Natürlich nur, sofern das Wetter es zulässt.»

08.04.2021 :: Schüpbach Rebekka (rsz)