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Bin ich ein Rechter oder ein Linker?

Haben Sie´s auch gelesen? Letzte Woche hat ein Luzerner FDP-Politiker gefordert, dass sich untalentierte Kulturschaffende jetzt, wo sie käferbedingt ohnehin nicht arbeiten können, umschulen lassen sollten. Fast hätte ich jetzt hier geschrieben, dass es wohl noch viel mehr untalentierte Politiker und Politikerinnen gäbe, denen eine Umschulung zu empfehlen wäre. Aber ich will ja gar nicht politisch werden.

Item, die Empfehlung des obgenannten Politikers habe ich aus freien Stücken und Monate vor dessen Empfehlung für mich bereits umgesetzt – ich bin jetzt Wissenschaftler – genauer: Forscher! Zum Umsatteln hat mich nicht ein Politiker gezwungen, sondern die pure Langeweile. Die Kulturfabrik Biglen ist geschlossen, alles ist mal geputzt oder repariert, alle Kabel sind fein säuberlich aufgerollt… Und nun?  Wie man so schön sagt: Geht eine Türe zu, öffnet sich eine neue. Bei mir hiess der Türöffner «Zufall». So unwahrscheinlich das jetzt klingen mag, aber ich wurde eines Morgens und ganz zufällig beim Anziehen der Schuhe zum Forscher. Mir fiel nämlich plötzlich auf, dass ich immer zuerst in den linken Schuh schlüpfe. Von diesem Moment an habe ich verschiedentlich ganz bewusst versucht, zuerst den rechten Schuh anzuziehen, aber das ging und geht mir völlig wider den Strich. Eine einschneidende, ja, persönlichkeitserschütternde Erkenntnis war das. Insbesondere deshalb, weil ich in vielen Dingen eigentlich durchaus zweiseitig veranlagt bin. Ich kann hämmern, schrauben, Brot schneiden, wischen, Nasen bohren und vieles mehr genauso gut mit der linken, wie auch mit der rechten Hand. Schreiben hingegen nicht, das geht nur rechts.

Aber seit diesem Schuhanziehaha
erlebnis erforsche ich nun mein linkes und rechtes Verhalten und finde Erstaunliches heraus: Telefonieren geht bei mir nur links, obwohl auch mein rechtes Ohr durchaus hörfähig ist, und auch die Rasur beginnt stets auf der linken Gesichtshälfte. Beim Hochsprung überwand ich (ziemlich viel früher) locker 1,80 Meter, wenn mein Sprungbein das linke war; mit dem rechten schaffte ich jedoch 1,20 Meter. Beim Trottinettlen spielt es hingegen keine Rolle, ob ich mit dem linken oder rechten Bein abstosse. Wenn ich mit meiner Frau Hand in Hand spazieren gehe, ist mir wohler, wenn sie auf der rechten Seiten geht.

Oh, es gäbe noch unzählige Beispiele aufzuzählen und die Forschung ist noch längst nicht abgeschlossen. Unter uns: Das tägliche Ausprobieren, ob dieses oder jenes nicht auch links oder rechts zu schaffen wäre, treibt mich allmählich in den Wahnsinn. Ich kann Ihnen nur heftig raten: Lassen Sie die Finger von solchen Forschungen, egal, ob die linken oder rechten!

11.02.2021 :: Peter Leu