Auf dem «Rössli»-Areal soll schon bald gebaut werden

Auf dem «Rössli»-Areal soll schon bald gebaut werden
Die Profile zeigen an, wie die künftigen Gebäude aussehen werden. Der Gartenpavillon im Hintergrund soll auch wieder genutzt werden. / Bild: Schüpbach Rebekka (rsz)
Zäziwil: Wo einst das Weisse Rössli stand, soll bald wieder Leben einziehen. Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser sowie ein Café. Zusätzlich wird die Haupstrasse verbreitert.

Vor zwei Jahren brannte das legendäre Weisse Rössli nieder. Heute erinnern nur noch die Grundmauern und der Gartenpavillon an die vergangenen Zeiten. Nun will der Besitzer Hermann Birrer das brach liegende Areal wieder beleben. Nach dem Rückbau der Grundmauern entstehen auf dem Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 11 Wohnungen und einer Einstellhalle. Die Häuser werden gegen Westen ausgerichtet. «Es gibt kleine und grosse Wohnungen», erklärt Birrer. Im Gartenpavillon, der damals vom Feuer verschont wurde, sollen wieder Gäste bewirtet werden. «Daraus entsteht ein Café», so Birrer. Wer dieses betreiben wird, ist noch offen.

Zu wenig Platz für Renaturierung

Klar ist aber, dass frühere Pläne für eine Renaturierung des Zäzibach im Bereich des Rössli-Grundstücks, nun doch nicht in die Tat umgesetzt werden, bestätigt der Besitzer auf Nachfrage. «Dafür haben wir einfach zu wenig Land.» Der Zäzibach bleibt also unverändert; weichen muss der rund 30-jährige Nussbaum auf der kleinen Wiese zwischen dem ehemaligen Rössli und dem Schorachgässli. Ihn einfach zu fällen, kommt aber für Hermann Birrer nicht in Frage. Viel zu schade, findet er. Stattdessen wird eine spezialisierte Firma den Nussbaum auf die andere Seite des Baches zu den Apfelbäumen verpflanzen.

Schon lange zu diskutieren gibt die Hauptstrasse vor dem ehemaligen Weissen Rössli, weil diese dort sehr schmal ist und grössere Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikommen. Deshalb musste Hermann Birrer nach dem Brand rund 300 Quadratmeter seines Grundstücks dem Kanton verkaufen, damit die Strasse verbreitert werden kann. Auf Nachfrage bestätigt dies Thomas Schmid vom Oberingenieurkreis 2. Konkret sei aber noch nichts. «Wir starten bald mit der Projektierung», sagt er. Bis zur Umsetzung seien noch viele Schritte nötig. Unter anderem brauche es Verhandlungen mit weiteren Landeigentümern. Er schätzt, dass das Strassenprojekt frühestens 2022 durch den Kanton umgesetzt werde.

Anderthalb Jahre wird gebaut 

Ungefähr zeitgleich soll die Überbauung des «Rössli»-Areals realisiert werden. Hermann Birrer möchte nach Erhalt der Baubewilligung umgehend mit den Bauarbeiten beginnen. Die Bauzeit schätzt er auf rund 1,5 Jahre. Verkehrsbehinderungen durch den Bau der Häuser seien kaum zu erwarten, so Birrer – höchstens für kurze Zeit, wenn im Schorachgässli gegraben werden müsse, um Leitungen zu verlegen. Nach den Kosten für den ganzen Bau gefragt lacht er: «Ich hoffe, es wird nicht teurer als sechs Millionen Franken!»

Wer den Brand vor zwei Jahren mitverfolgt hat weiss, dass glücklicher-weise alle Menschen, jedoch fast nichts Materielles den Flammen entkommen sind. Überlebt hat jedoch erstaunlicherweise das weisse Holzrössli, das früher die Fassade des Hauses zierte. Hermann Birrer hat es inzwischen restaurieren lassen und bei sich zu Hause ausgestellt. Etwas Rössli-Nostalgie bleibt auch der Öffentlichkeit erhalten: Im zukünftigen Café wird der ebenfalls verschonte Kachelofen wieder neu aufgebaut.