«Es ist ein Privileg, den Kindern etwas fürs Leben mitzugeben»

«Es ist ein Privileg, den Kindern  etwas fürs Leben mitzugeben»
Auch die Pfadi Hochwacht hat ihr Schutzkonzept. Gleich zu Beginn verteilt Tim Wydler Händedesinfektionsmittel. / Bild: Stefanie Siegenthaler (ssl)
Langnau: Seit elf Jahren gehört Tim Wydler zur Pfadi Hochwacht, zuerst als Teilnehmer, heute als Leiter. Gaucho, so sein Spitzname, führt die Kinder mit Begeisterung durch den Pfaditag.

Wie jeden zweiten Samstag stehen fröhliche Kinder im Kreis und lauschen gespannt den Anweisungen von Gaucho alias Tim Wydler. Er erinnert die Kinder an das Hygienekonzept und geht mit Desinfektionsmittel durch die Runde. Seit vier Jahren gehört er zum Team der Wolfstufenleiter. «Ich selber habe 2009 bei der Wolfsstufe angefangen», sagt der angehende Koch. Schon seine Eltern seien von der Pfadi begeistert gewesen und hätten ihm diese Leidenschaft weitergegeben. Tim Wydler fand es schon immer faszinierend, was ein Pfadfinder alles erlebt. Mit einer grossen Gemeinschaft verbunden sein, neue Freundschaften knüpfen, Erfahrungen sammeln und etwas für das Leben lernen, das gehöre alles dazu. «Mir hat schon immer diese Gruppendynamik gefallen», meint Tim Wydler. Der 19-Jährige bezeichnet es als Privileg, den Pfadfindern etwas für ihr Leben mitgeben zu dürfen. «Wir zeigen ihnen zum Beispiel Wege auf, wie sie einem Konflikt aus dem Weg gehen oder aber damit umgehen können.» 

Gute Vorbereitung ist wichtig

Damit ein Pfaditag problemlos abläuft, braucht es eine genaue und strukturierte Planung. Eigens dafür nimmt sich der Leiter zweimal in der Woche Zeit. Wann die Pfadi stattfindet, wird am «Höck» der Leiterinnen und Leiter für ein ganzes Semester, festgelegt. Was genau an den einzelnen Tagen unternommen wird, entscheidet Tim Wydler mit seinen Teamkolleginnen. Dazu bestimmen sie abwechslungsweise einen Hauptverantwortlichen für die Gruppe, welcher das Zepter an diesem Tag übernimmt und die Gruppe anführt. Am liebsten würden die Kinder frei spielen oder ohne grosse Anleitung etwas eigenes bauen, sagt der Pfadileiter. «Dabei ist es auch wichtig, Gefahren zu erkennen, damit wir richtig reagieren können. Dazu erstellen wir einen exakten Plan des ganzen Tagesablaufs», schildert er das Vorgehen. Seit er bei der Pfadi sei, habe er zum Glück noch keinen grossen Unfall erlebt. Mit der Verantwortung, welche er für die Kinder habe, könne er gut umgehen. «Der Gedanke, dass ich nicht allein bin, gibt mir Sicherheit», betont Tim Wydler. 

Vom Stufen- zum Abteilungsleiter

Doch das sind nicht die einzigen Aufgaben für «Gaucho». «Ich muss zwar noch gewählt werden, aber seit Kurzem habe ich die Aufgabe des Abteilungsleiters übernommen. Jetzt bin ich nicht nur für die Wolfsstufe zuständig, sondern für alle Stufen.» Das heisse, wenn ein Leiter oder eine Leiterin ein Problem habe, könne er oder sie damit zu ihm kommen. Zu den weiteren Aufgaben des Abteilungsleiters gehörten administrative und organisatorische Arbeiten wie die Werbung, der Sonntagsverkauf oder die Materialkontrolle, erklärt Tim Wydler. Damit alles rund läuft und er weiss, auf was er achten muss, hat er bereits zwei J&S-Kurse (Jugend und Sport) absolviert. «Mit dem Basiskurs kann ich Lagerleiter für zwölf Kinder sein und mit dem Aufbaukurs sogar Hauptlagerleiter.» Seine Ziele in der Pfadi hat er klar definiert. Eines Tages möchte er als Leiter diese J&S-Kurse selber erteilen.

Am Samstag, 29. August, führt die Pfadi Hochwacht einen Schnuppertag durch (Kindergarten bis 8. Klasse). Besammlung ist um 13.30 Uhr auf dem Viehmarktplatz in Langnau.