Fritz Schafroth weiss, wie Wildbienen logieren wollen

Fritz Schafroth weiss, wie Wildbienen logieren wollen
Der pensionierte Schreiner Fritz Schafroth verwendet für die Wildbienenhotels verschiedene einheimische Holzarten. / Bild: Stefanie Siegenthaler (ssl)
Gysenstein: Seit Jahren bietet Fritz Schafroth den heimischen Wildbienen dank seiner Hotels ein Zuhause. Er hat viel Erfahrung gesammelt und weiss, was die Wildbienen schätzen.

In seiner Werkstatt in Gysenstein konstruiert Fritz Schafroth Wildbienenhotels, Nistkästen für verschiedene Vogelarten wie auch Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse. Um sein Haus verteilt finden Bienen um die zehn Hotels. Dadurch kann der 68-Jährige sein Wissen nicht nur aus Büchern beziehen, sondern auch direkt in der Natur wichtige Erfahrungen sammeln. 

Alles begann mit dem Wunsch seiner Frau. Sie wollte schon lange den Wildbienen einen Nistplatz zur Verfügung stellen. Und so erfüllte der gelernte Schreiner ihren Wusch. Der Unterschlupf fand schnell Anklang und kurz darauf folgten die ersten Anfragen von Verwandten und Bekannten.

Wildbienen putzen selbst

Heute begegnet man Fritz Schafroth an verschiedenen Märkten, wo er seine Stücke zum Verkauf anbietet. «Ich verkaufe nur am Märit und von zu Hause aus. Eine Internetseite habe und will ich nicht. Mir ist der persönliche Kontakt zu den Leuten wichtig», erzählt der Pensionär. «Das praktische an den Wildbienenhotels ist, dass man nichts damit zu tun hat. Einmal aufgehängt, lässt man es so sein. Die Bienen putzen das Hotel selbst.» Im Winter darf es nicht abgenommen werden. Die Insekten brauchen die Winterruhe. Auch wenn die Nistplätze alle «ausgebucht» sind, wird nie ein ganzes Bienenvolk einziehen. Die Wildbiene ist eine Solitärbiene, lebt also alleine. Ihr einziges Ziel ist es, ihre Art zu erhalten. Und davon gibt es etwa 400 bis 500 verschiedene. «Die drei bis acht Millimeter grossen Löcher und Röhrchen in den Bienenhotels füllt sie mit Futter und einem Ei, macht eine Wand und legt wieder Futter und ein Ei ab. Das wird solange wiederholt bis es keinen Platz mehr hat und von der Biene zugemauert wird», berichtet Schafroth. Indem die Wildbiene Futter sucht, hilft sie bei der Bestäubung von Obst und Gemüsepflanzen. Somit sind die Wildbienen ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.

Wie muss eine Unterkunft beschaffen sein, damit diese von den Insekten akzeptiert wird? «Ich verwende für meine Hotels ausschliesslich einheimisches trockenes Hartholz, Markholz und Schilfröhrchen. Das wird von den Bienen gut angenommen. Wichtig dabei ist, dass die Bohrlöcher absolut sauber und faserfrei sind. Bei manchen Exemplaren dient zusätzlich ein Dach als Witterungsschutz. 

Bienen wollen kein Tropenholz

Die Häuser von den Grossverteilern werden oftmals nicht bewohnt, weil das Holz aus dem Ausland stammt und dazu die Löcher vielfach zu gross sind und nicht sauber verarbeitet wurden», hat Fritz Schafroth die Erfahrung gemacht. Er sammelt sein Holz in den Wäldern zusammen oder fragt direkt bei Obstbauern nach übrig gebliebenem Material. Durch seinen Sohn, welcher im Engadin lebt, erhält Fritz Schafroth auch Lärchenholz. Auf die Frage, wie lange er an einem Hotel baue, sagt er grinsend: «Solange bis es fertig ist.» Genauso wichtig wie die unzähligen Bienen, ist für Schafroth auch der Erhalt jeglicher Vogelarten und Fledermäuse. Auch diesen bietet er mit seinen anspruchsvollen Kästen einen idealen Nistplatz. Schliesslich tragen auch diese Tiere ihren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität bei.