Gemeinde ergreift umfassende Massnahmen gegen Vandalen

Gemeinde ergreift umfassende  Massnahmen gegen Vandalen
Die Zeit der jugendlichen Vandalen, welche immer wieder für Schäden beim Sekundarschulhaus in Oberdiessbach sorgen, läuft langsam ab. / Bild: zvg
Oberdiessbach: Zerschlagene Lampen, verschmierte Wände, zerstörte Uhren und heruntergerissene Beschriftungen. In Oberdiessbach sorgen Vandalen mit Sachschäden für Unmut.

Langsam reicht es den Gemeindebehörden. Seit einiger Zeit sorgen Vandalen immer wieder für Sachschäden. «Alleine in diesem Jahr mussten wir beim Schulhaus zwei Mal die Lampen austauschen und in der Nacht auf letzten Sonntag wurden schon wieder Aussenlampen beim Schulhaus kaputtgeschlagen», ärgert sich Gemeindeschreiber Oliver Zbinden. 

Exzessiver Konsum von Drogen 

Die mutmassliche Täterschaft stammt aus einer Gruppe von geschätzt 15 Schulabgängern zwischen 16 bis 18 Jahren, die in Oberdiessbach und weiteren Gemeinden wohnen. «Sie treffen sich unter anderem beim Schulhaus und konsumieren exzessiv Alkohol und Cannabis», weiss Zbinden. «Und am Morgen dürfen dann unsere Mitarbeiter aufräumen.» Es gebe zur Täterschaft auch konkrete Hinweise von verschiedenen Leuten, welche das Geschehe beobachtet hätten. Auch die Polizei habe bereits Jugendliche vor Ort angehalten und deren Personalien aufgenommen. Die Schäden konnten bisher aber keiner Person zugeordnet werden.

Verständnis, aber...

Oliver Zbinden, welcher selber Vater ist, betont, dass die Gemeinde keinesfalls die Jugendlichen kriminalisieren wolle. Er verstehe gut, wenn sich diese treffen und es auch mal laut werde. Aber Sachbeschädigungen gingen zu weit. Die Schäden belaufen sich bereits auf mehrere tausend Franken. «Drei Anzeigen wegen Sachbeschädigung haben wir bereits eingereicht, eine ist noch in Bearbeitung», berichtet Oliver Zbinden. Daneben ergreift die Gemeinde weitere Massnahmen. Seit einigen Wochen kontrolliert eine Hundepatrouille die Hotspots und sucht das Gespräch mit den Jugendlichen. Zudem prüft die Gemeinde die Anschaffung vandalensicherer Lampen beim Schulhaus. Verbesserungspotenzial sieht der Gemeindeschreiber auch bei der Jugendarbeit, die im Vergleich zu anderen Gemeinden etwas zu kurz komme. Dennoch: Die Mehrheit der jungen Leute verursache keine Probleme, im Gegenteil, sagt er. «Ich finde es immer wieder schön zu sehen, wie viele von ihnen sich in unseren Vereinen oder bei der Kirche mit Herzblut engagieren.»

Eine «teure» Minderheit

Eine Minderheit jedoch kostet die Gemeinde viel Geld und Nerven. Indem die Vandalenakte von Oberdiessbach nun einer breiten Öffentlichkeit publik werden, hofft der Gemeindeschreiber auch auswärtige Eltern zu erreichen. «Ich bin sicher, dass einige Eltern gar nicht wissen, was ihre Kinder machen.» Doch auch wenn die Eltern von Minderjährigen eine gewisse Verantwortung haben: Die Konsequenzen für allfällige Straftaten müssen in erster Linie die Täter selber tragen. Laut Jugendstrafgesetz beginnt die Strafmündigkeit nämlich bereits mit zehn Jahren.