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Die «No Billag»-Initiative ist wohl das radikalste Volksbegehren seit der Armeeabschaffungs-Initiative im Jahr 1989. Dieses Mal soll nun die SRG abgeschafft werden! 

Doch ich bin trotz allem zuversichtlich: Unsere Demokratie ist stabil und stark genug, um auch eine solch extreme Vorlage auszuhalten und abzuwenden.


Ernst Liechti, Landiswil

Ich bin im Emmental zu einer Zeit aufgewachsen, in der das Grüssen eine Selbstverständlichkeit war. Ob Bekannter oder nicht – gegrüsst wurde jede und jeder. Nach vielen Jahren zurück in einem 1000-Seelen-Dorf in der Region stelle ich erstaunt fest, wie sehr in all den Jahren die Höflichkeit und das Benehmen auf der Strecke geblieben sind. Mein Gruss wird von einem Grossteil der Einwohnerinnen und Einwohner nicht erwidert und nicht nur das: Viele schauen mich an, als ob ich etwas falsch gemacht hätte und sowieso nicht hierher gehöre. Nun zum Ertaunlichsten: Ich berichte nicht von Jungen, nein, von Älteren, von Leuten also, die so aufgewachsen sind wie ich! Da meinetwegen niemand sein Verhalten ändern wird, passe ich mich künftig an, akzeptiere und höre ab sofort mit dem Grüssen auf. 

Zu Ihnen aber, die diese Zeilen gelesen haben, sage ich «guten Tag» und «auf Wiedersehen»!

 


Hans Tellenbach, Linden

Ich bin schon froh, dass ich jetzt weiss, dass die «Volksschule dem Volk gehört», und nicht, wie bisher angenommen, den Kindern und Jugendlichen. So wenigstens steht es auf dem Propaganda-Flyer «Ja zu einer starken Volksschule», der kürzlich flächendeckend jedem Haushalt zugeflattert ist (wo die nebst Gratis-Bratwurst- und Rösti-Meeting auch immer wieder das viele Geld her haben?). Da ist viel und immer wieder die Rede von Volk und Demokratie, so dass einem unheimlich zumute wird und ich deshalb den Verdacht nicht los werde, dass es bei der Vorlage um eine Volks- und Gesinnungskontrolle geht. Bekanntlich verderben viele Köche den Brei und den Schülerinnen und Schülern die Begeisterung für die Schule. Halten wir uns deshalb zurück und beschränken uns auf ein deutliches «Nein» an der Urne. 

Peter Kägi, Langnau

Ich bin überzeugt, dass die Annahme der Initiative «Ja zu einer starken Volksschule» auf keinen Fall Unsicherheit im Bildungswesen auslösen wird. Im Gegenteil wird der Regierungsrat dadurch, dass das Volk eine demokratische Notbremse hat, seine Arbeit umso besser machen. Dass der Grosse Rat genügend Möglichkeiten hat, die Schule über die Finanzen zu steuern, wie der Regierungsrat behauptet, finde ich fraglich. Zum Beispiel muss das neue, teure Französischlehrmittel «Mille feuilles» jetzt für viel Geld überarbeitet werden, weil es schlicht nicht taugt. Da sehen wir doch, dass mit Geld gar nichts gesteuert wird, was für die Bildung förderlich ist. Sonst wäre dieses Lehrmittel nicht in dieser Form eingeführt worden. 



Heidi Reist, Sumiswald
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