Alle vier Jahre das gleiche Ritual

Gefühlt haben wir eine immer grössere Auswahl, wenn wir das prallgefüllte Kuvert mit den unzähligen Wahllisten und Namen für die kommenden Grossratswahlen vor uns liegen haben. Faktisch ist es alle vier Jahre das gleiche Ritual: Die Welt verändert sich rasant mit ihren Konflikten und auch bei uns durch Zuwanderung, Bautätigkeit, Traditionsverlust et cetera. Nur im politischen Gefüge bleibt alles beim Alten. Wehe, wenn der «Konsens» gestört wird – dann ist fertig lustig. Tradition ist Demokratie, die über die Zeit hinaus ausgedehnt wird. Das beinhaltet selbstredend auch Innovation und Fortschritt für die Zukunft. Wenn wir – selber lebenserfahren – betrachten, in welcher Welt sich unsere Grosseltern bewähren mussten und wir zu erahnen versuchen, wo unsere Enkelkinder womöglich herausgefordert werden, haben wir eine Spanne von fünf Generationen. Das ist tausendfach mehr, als die Worte derjenigen, die für weitere vier Jahre die
Geschicke für unser Leben übernehmen und uns vor der Sonne stehen: Also, nur Namen auf (leere) Listen, die für Unabhängigkeit stehen (keine Doppelmandate), Heimat und Tradition.


Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau

Jetzt ist Tempo gefragt!

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Dem Redaktor der «Wochen-Zeitung», Bruno Zürcher, und dem Cartoonist Jürg Kühni ist es letzte Woche hervorragend gelungen, die Leserschaft über etwas sehr Dummes, nämlich dieser Verfahrensfehler der Gemeinde betreffend der längst fälligen Verkehrsberuhigungsmassnahmen, schallend lachen zu lassen. Ich zweifle daran, ob Gemeindepräsident Walter Sutter die richtigen Worte gefunden hat, dem GGR diesen Schlamassel zu erklären; mir würde es die Sprache eher verschlagen. Okay, Fehler können passieren, ich habe Verständnis dafür. Was ich aber nicht verstehen würde, ist, wenn wir jetzt mit der Umsetzung des im Jahr 2018 genehmigten Richtplans wieder bei Null anfangen müssen. Auf diesem Gebiet ist jetzt Tempo gefragt, hoffentlich benützen die Behörden möglichst viele Verfahrensweg-Abkürzungen!


Leserbrief von Marco Wilbers, Langnau

Gedanken aus dem Stau

Wenn Sie täglich zwischen Burgdorf und Halse-Rüegsau auf ­Kosten wertvoller Arbeitszeit oder wohlverdienter Freizeit im Stau stehen, möchte ich Sie daran erinnern wem Sie diesen unerträglichen Zustand zu verdanken haben. Eine vom Stimmvolk beschlossene dringend notwendige Sanierung wird auf unsägliche Weise mit Verzögerungen bis aufs Äusserste getrieben. Wahlen sind Zahltag, also rechnen wir ab.


Leserbrief von Hans-Peter Burkhard, Oberburg

Den demokratischen Entscheid akzeptieren

Zum Artikel «Vier Anträge von Bürgern, vier Mal ein Ja» in der «Wochen-Zeitung», Ausgabe 11 (2026)

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung letzte Woche in Lützelflüh wurde über die Ortsplanungsrevision abgestimmt. Vier Anträge wurden mit grossem Mehr gegen den Willen des Gemeinderats angenommen. Unter anderem wurde dem «Antrag Schertenleib» mit überwältigendem Mehr zugestimmt. Dieser verlangt, dass die Parzelle ­«Kindergarten Unterdorf» in eine Zone für öffentliche Nutzung kommt. Damit bekundeten die Zustimmenden auch ein klares Ja zum Kindergarten Unterdorf.
Es ist sicher unbestritten, dass die Tagesstruktur mehr Platz braucht, jedoch braucht es kein Kindergartenzentrum! Wenn der Gemeinderat weiterhin an diesem Projekt festhält, ist das eine klare Missachtung des Volkswillens.


Leserbrief von Simon Stalder, Lützelflüh

Mehr Mitsprache und mehr Klarheit

«Das neue Baureglement und die ZPP Bahnhof Süd wurden vom Gemeindeparlament einstimmig genehmigt. Gegen die Beschlüsse hätte ein Referendum ergriffen werden können, dieser rechtlich korrekte Weg wurde nicht beschritten», schreibt der Verein Dorfbild Langnau. Das ist es ja! Es ist oft gar nicht so leicht, zu den komplexen Abläufen in der Siedlungs- und Bauplanung die entscheidenden Beschlüsse wahrzunehmen. Ich gebe zu: Bei Bahnhof Süd habe auch ich trotz Mitwirkung seit 2017 ausgerechnet diese Ausschreibung vom 10.Dezember 2020 zur Änderung der baurechtlichen Grundordnung ZPP Nr.Xl Bahnhof Süd verpasst. Die Initiative «Baureglement vor das Volk» möchte zwei Dinge erreichen: Einerseits sollen die Bürger zu mehr Teilnahme an der kommunalen Politik und andererseits die Verwaltung zu klaren, verständlich verfassten Vorlagen angeregt werden. Wir Bürger wollen mitreden, nicht erst wenn die Profile stehen.


Leserbrief von Danielle Lemann, Langnau

Die Doppelbelastung der KMU

In der Diskussion um die SRG-Initiative geht ein zentraler Punkt oft vergessen: die Belastung der kleinen und mittleren Unternehmen. Unternehmerinnen und Unternehmer zahlen die Medienabgabe bereits privat, zusätzlich wird nochmals über den Betrieb eine SRG-Steuer eingezogen. Diese Doppelbelastung trifft besonders jene Betriebe, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. KMU stehen heute unter erheblichem Druck: steigende Energiepreise, höhere Mieten, mehr Bürokratie. In diesem Umfeld sind unnötige Mehrfachab­gaben ein echtes Problem. Eine Entlastung schafft Spielraum für Investitionen, Innovationen und sichere Arbeitsplätze. Die SRG-Initiative setzt genau hier an. Sie reduziert Mehrfachbelastungen, ohne den Medienstandort Schweiz infrage zu stellen.


Leserbrief von Ernst Kühni, Langnau, Präsident Berner KMU

Das Volk soll direkt entscheiden können

Die Initiative «Baureglement vor das Volk» fordert nicht eine Volksabstimmung, wenn Gebäude höher als drei Stockwerke werden, sondern dass eine solche durchgeführt wird, wenn Baureglement, Zonenplan und Überbauungs­ordnungen ändern. Diese Forderung entspricht der Regel im Baugesetz des Kantons Bern. Im Areal Bahnhof Süd sind Gebäude mit einer Höhe 29,65 Metern vorgesehen. Da scheint es angebracht, wenn die Langnauerinnen und Langnauer obligatorisch darüber abstimmen. Die auf der Website www.initiative-langnau.ch publizierten Visualisierungen der Gebäude im Bahnhof Süd entsprechen genau den geplanten Gebäudehöhen. Sie können - solange die Profile stehen - von allen Interessierten überprüft werden. Es wirkt befremdend, wenn der Verein Dorfbild Langnau in seinem Leserbrief argumentiert, dass das Volk die Weiterentwicklung des Dorfes behindere, falls ihm das Baureglement unterstellt wird. Als einziges Land der Welt kennt die Schweiz eine ausgebaute Volksdemokratie. Damit handelt sie im internationalen Vergleich äusserst erfolgreich. Warum soll das nicht auch auf Langnau zutreffen?


Leserbrief von Armin Brunner, Langnau

Verdichten: Dörfer werden verstädtert

Beim Einkaufen im Dorf habe ich von dieser Initiative erfahren, die ich als sehr wichtig erachte. Leider werden die Bemühungen, ein bauliche Identität unseres Langnau zu erhalten, desavouiert. Wo wollen wir hin, wenn wir als engagierte Langnauer und Langnauerinnen - als baukundige und sachverständige Heimatschützer gar als Fake-News-Verbreiter verleumdet werden? Unter dem Begriff «Verdichtung« werden bis zur Unkenntlichkeit unsere schönen Dörfer in der Schweiz verstädtert. So auch in Langnau, wo du als traditioneller Bauhandwerker aussen vor bleibst - bei unserer ach so schönen Demokratie.


Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau