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Zweites Eisfeld: Erst im Januar 2020 fällt der Entscheid, ob gebaut wird
Zweites Eisfeld: Erst im Januar 2020  fällt der Entscheid, ob gebaut wird Langnau/Trubschachen: Peter Jakob entscheidet Ende Januar 2020, ob und wenn ja, wann das zweite Eisfeld beim Ilfisstadion gebaut wird. Mehrere Faktoren beeinflussen den Entscheid.

Es ist seit einigen Monaten still geworden um das geplante zweite Eisfeld beim Ilfisstadion. Dabei wäre nun der Weg für den Neubau geebnet, indem die Markthalle, wo das zweite Eisfeld erstellt werden soll, nach Schüpbach zügelt. Dort sind die Bauarbeiten für die neue Zufahrt sowie die Vorbereitungen für den Umbau der Reithalle voll im  Gang. 

«Wir werden in den nächsten Wochen mit der Detailplanung für das zweite Eisfeld beginnen», erklärt Peter Jakob, Inhaber der Jakob AG Trubschachen sowie Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers AG. «Wir wollen die Planung soweit vorantreiben, dass wir nach der kommenden Saison mit den Bauarbeiten beginnen könnten.» Könnten? «Ja, könnten. Wir werden erst im Januar 2020 den Entscheid fällen, ob wir 2020 bauen, nicht vorher», betont Peter Jakob.

Mehrere Faktoren sind entscheidend  

Ob die Bauarbeiten dann aufgenommen würden, hänge von mehreren Faktoren ab. «Zu diesem Zeitpunkt werden wird genau wissen, wie viel der Bau kosten wird», erklärt Jakob. Er macht keinen Hehl daraus, dass er hofft die Kosten noch senken zu können. Gemäss bisherigem Planungsstand wird mit rund 19 Millionen Franken gerechnet. «Gemeinsam mit den Planern werden wir jeden Raum noch einmal auf Sparpotenzial röntgen», erklärt Peter Jakob. Möglich sei auch, dass gewisse Bereiche erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert würden. 

Geplant ist nicht nur ein zweites Eisfeld, sondern auch Parkplätze im UG und EG und über dem Eisfeld eine Sporthalle zum Aufwärmen und dergleichen. Das Gebäude soll an die Ostseite des Ilfis-stadions angedockt werden. Im Stadion soll ähnlich der Jakob-Galerie eine zusätzliche Tribüne erstellt werden. 

Jakob AG investiert tüchtig 

Es sind nicht bauliche Details, welche für den Verwaltungsratspräsidenten der SCL Tigers AG die grösste Hürde darstellen, sondern finanzielle. Externe Investoren konnten trotz intensiver Suche und einem Projekt, für das die Baubewilligung vorliegt, nicht gefunden werden. «Die einzige Lösung ist, dass die Firma Jakob den Bau realisiert», erklärt der Firmeninhaber. Dies sei nötig, um überhaupt Bankdarlehen zu erhalten. 

Aber: Das zweite Eisfeld in Langnau ist nicht das einzige Bauvorhaben der Firma Jakob, die sich mit der Produktion von Drahtseilen für Förderanlagen und Architektur einen Namen gemacht hat. Das Unternehmen hat den Hauptsitz in Trubschachen, ist aber weltweit tätig. Am Produktionsstandort in Vietnam entsteht derzeit eine neue Fabrikationshalle, zudem baut das Unternehmen in Trubschachen einen rund 70 Meter langen Gebäudekomplex. Kostenpunkt der beiden Projekte: rund 15 Millionen Franken. 

Habegger AG zieht nach Trubschachen 

Der Neubau in Trubschachen werde in zwei bis drei Monaten fertiggestellt sein, erklärt der Firmeninhaber, welcher bereits das nächste Bauvorhaben im Blick hat: Bis Ende 2021 soll die Firma Habegger (siehe Kasten) nach Trubschachen umziehen. Die Jakob AG hat das Unternehmen aus Thun vor drei Jahren erworben, wobei die Liegenschaften bei der Verkäuferschaft verblieben sind. «Wir erhoffen uns, Synergien nutzen zu können, wenn beide Firmen an einem Standort arbeiten», nennt Peter Jakob den Hauptgrund der Zusammenlegung. Die Firma Habegger, die seit langer Zeit Drahtseile der Firma Jakob verwendet, habe Potenzial ist Peter Jakob überzeugt.   

Damit die Habegger AG in Trubschachen integriert werden kann, plant Jakob einen weiteren Neubau. Die bestehende so genannte kalte Lagerhalle soll abgebrochen und durch ein rund 40 Meter langes Gebäude ersetzt werden. Dafür muss die geltende Überbauungsordnung (UeO) angepasst werden, weil der Perimeter erweitert werden soll. Das Papier liegt derzeit zur Mitwirkung auf. Anschliessend folgt die Vorprüfung durch die kantonalen Stellen. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Gemeindeversammlung die Überbauungsordnung «Jakob» im Dezember genehmigen.  

Sind all die Bauvorhaben tragbar? 

«Die grosse Frage ist, ob wir all die Bauvorhaben auch längerfristig finanzieren können. Klar ist, dass wir das Bauprojekt in Langnau erst anpacken, wenn wir wissen, dass wir unser Unternehmen nicht gefährden», hält Peter Jakob fest. «Im Januar 2020 werden wir diesbezüglich etwas klarer sehen.» Peter Jakob nennt als Beispiele den Abschluss 2019, die Trends für die Rohstoffpreise oder die Entwicklung von internationalen Handelskrisen. Bezüglich Auftragslage gibt es eine positive Meldung: Das Unternehmen mit Sitz in Trubschachen konnte sich in Singapur einen Grossauftrag sichern. Im dortigen Zoo entsteht das weltweit grösste Gehege und die Firma Jakob kann dafür die Netze liefern. 

Wenn es rund läuft, wird in Langnau ab 2020 ein «Gehege» entstehen, in dem junge Tiger aufgezogen werden – das zweite Eisfeld soll ja vorab dem Nachwuchs den SCL Young Tigers zugute kommen.

Mit dem «Habegger» bekannt geworden
Die Jakob AG hat die Habegger AG im Jahr 2016 übernommen. Zwei Jahre später konnte das Unternehmen aus Thun sein 75-jähriges Bestehen feiern.

Einen Namen gemacht hat sich die Firma mit Mehrzweckseilzügen, welche kurz «Habegger» genannt werden. Seit 1951 werden diese hergestellt. Bei der Gründung der Firma 1943 lag der Fokus auf Kleinseilbahnen. In den Spitzenzeiten beschäftigte Gründer Willy Habegger über 400 Personen. 1972 wurde die Sparte Seilbahntechnik verkauft, man konzentrierte sich fortan auf die Seilzugtechnik. Heute beschäftigt die Habegger AG rund 20 Personen.

09.05.2019 :: Bruno Zürcher
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