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Zwei Wochen Natur pur für Pfadfinder
Zwei Wochen Natur pur für Pfadfinder Bowil:

Die Pfadi Winkelried von Cham-Steinhausen aus dem Kanton Zug hat für zwei Wochen ihre Zelte aufgestellt und feiert unter dem Motto Pow-Wow ein Indianerfest.

Das jährliche Sommerlager verbringt die Pfadigruppe Winkelried meistens in einem anderen Kanton oder dort, wo ein Bauer bereit ist, ihnen während rund zweier Wochen zirka zwei Hektaren Land zur Verfügung zu stellen. 

Alles findet man auf dem idyllisch gelegenen Lagerplatz in der vorderen Schwendi in Bowil: Schlafzelte, eine Küche, ein Essenszelt, eine Chillecke und sogar eine Warmwasserdusche. Einzig die Toilette befindet sich im nahen Wäldli. «Eigentlich vermissen wir nur die WC-Spülung», finden einige Jugendliche, «und wahrscheinlich sind wir dann froh, zu Hause wieder in einem weicheren Bett zu schlafen.» Die Stimmung ist gut, es wird gespielt, geredet und gesungen. Am schönsten seien die Abendstunden um das Lagerfeuer, meinen einige der Teilnehmer. Während des Tages werden etwa Seilknoten und Erste Hilfe geübt, es gibt Blachenkunde sowie eine 40 Kilometer lange Nachtwanderung. 

Pow-Wow – ein Indianerfest

44 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren, zehn Leiter und sechs Personen in der Küche befinden sich im Lager und feiern das Indianerfest  Pow-Wow. Dafür haben sie selber Indianerkleider und Schmuck gebastelt, einen Marterpfahl aufgestellt und einen grossen Fahnenmast errichtet. Langweilig sei es ihnen nicht, denn es gebe immer etwas zu tun, sagen die jungen Leute. Und so versammeln sich nach dreimaligem Pfeifen alle auf dem Platz und erhalten in den Gruppen ihre Ämtli. Während die einen Wasser holen, sammeln die anderen Feuerholz, machen den Abwasch, schreiben den «Lagerdraht» oder haben frei und dürfen chillen. 

An einem Tag erhalten sie Besuch von den Angehörigen und können so neue Kleider beziehen und bereits Erlerntes vorzeigen. Während dreier Tage suchen sie in Gruppen auswärts eine Unterkunft und stellen ein für sie interessantes Tagesprogramm zusammen. So haben sie in verschiedenen Unterkünften wie im Hotel, im Stall oder in der Zivilschutzunterkunft übernachtet. Es kommt kaum Heimweh auf und wenn, hilft ein «Frässpäckli» von zu Hause darüber hinweg.

Bauersleute bereuen es nicht

«Wir werden sie vermissen», meint die Bäuerin Elisabeth Sterchi. Ihr Mann Ruedi war zu Beginn schon etwas skeptisch, dieses Projekt zu unterstützen und sein Land dafür zu geben. Die Bedenken wurden aber zerstreut. «Dank des warmen und trockenen Wetters werden wir sicher keine grösseren Landschäden haben», sagt der Landwirt. Einzig Wasser und Strom hätten die Pfadfinder bezogen. Das meiste Material sei mit Lastwagen angeliefert worden. «Viel Aufwand gab es für uns nicht», meint Ruedi Sterchi, «ich würde es jederzeit wieder machen.» Auch von anderen Leuten in der Umgebung hört man nur Positives über die Pfadfinder. Bei den Steinenhornussern waren die Lagerleiterinnen und -leiter eingeladen und durften diesen Sport ausprobieren. Die Einkäufe tätigen sie in der Nähe, holen Milch und Gemüse bei den Nachbarbauern. Sogar eine Katze fühlt sich auf dem Lagerplatz wohl. Hoffentlich wird sie die Pfadfinder nicht allzu sehr vermissen. 


 

25.07.2019 :: Sylvia Siegenthaler
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