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Zerschlagene Träume
Zerschlagene Träume Theater:

Die Leistung der Theatertruppe, die unter der Regie von Ueli Häni einen Klassiker aufführt, und die Auftritte der «Zäsingers» machten den Theaterabend zu einem Highlight. 

Nicht irgendein Lustspiel, sondern ein gehaltvolles Stück von Paul Steinmann aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stand auf dem Programm des Bernischen Trachtenfests. Die Geschichte beginnt verheissungsvoll und endet tragisch. 

Dass es am Schluss kein Happy End gibt, ist eine grosse Stärke des Stücks. Eine andere Qualität stellen die Personen dar, die alle, ob Haupt- oder Nebenrolle, eine Entwicklung durchmachen. So beispielsweise Jakob Flück, der auf einen kurzen Urlaub nach Hause kommt. Als er merkt, dass seine Frau aus seiner Velowerk-statt einen Pneu entwendet hat, um ihn einem Polen zu schenken, überfällt ihn der Katzenjammer. Er flucht über die Internierten, die auf Matratzen liegen könnten, während er an der Front auf dem Boden schlafen müsse. Wenig später wird ein Flüchtling auf einem Velo gefasst, und Flück, der Velohändler, wird zitiert. Vor dem Vorgesetzten beginnt der Soldat nun nicht, wie erwartet, auszupacken, sondern er beweist Rückgrat und verkündet mit fester Stimme, dass in seiner Werkstatt nichts fehle.

Von Gewinnern zu Verlierern 

Anton Zingg als polnischer Major zieht mit seiner noblen Gesinnung und seinem Charme nicht nur die Frauen auf der Bühne in seinen Bann. Annemarie Bütikofer begeisterte als Lehrerin, die in der Gegenwart des Majors zu ihrer alten Frische zurückfindet. Auch die Frau des Soldaten Flück wandelt sich von einer mürrischen zu einer tatkräftigen Person, wunderbar gespielt von Yvonne Strahm. Susanne Blaser verlieh der Emilie glaubwürdige Natürlichkeit. Zusammen mit Jannik Stalder, der die Naivität des jungen Polen verkörperte, bildete sie ein rührendes Liebespaar. Auf Iria Brunner kam die Aufgabe zu, den Hochmut und Ehrgeiz von Norma zu spielen, was ihr bestens gelang. Ueli Häni glänzte in der Rolle eines Schweizer Offiziers, Markus Marti als Dorfkönig, der das grosse Geschäft wittert. Walter Blaser schliesslich überzeugte als rechtschaffener Flück und Adrian Fuhrimann als Herrensöhnchen und frisch beförderter Leutnant. Als der Bewaffnete Emilie, seinen Schatz, im Beisein eines anderen entdeckt, dreht er durch. Er schiesst und stürzt sich und alle anderen ins Unglück.  

Zauberhafte Lieder 

Die «Zäsingers», ein A-Cappella-
Chor aus dem Emmental und Oberaargau, gab während des Stücks ein halbes Dutzend Lieder zum Besten. Lautlos huschten die Sängerinnen und Sänger jeweils auf die Bühne, um die Dorfgemeinschaft beim Einüben der 1. August-Lieder zu unterstützten oder das Geschehene wie in einer antiken Tragödie zu kommentieren. Der Chor aus lauter jungen Stimmen entzückte und sorgte für zauberhafte Poesie. 
 

 

04.07.2019 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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