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Zero Waste: ein Leben ohne Abfall
Zollbrück:

Pro Person und Jahr fallen in der Schweiz 703 Kilogramm Abfall an. Der Verein Zero Waste Switzerland präsentiert nachhaltige Lösungen für die Abfallproblematik.

«Es kann doch nicht wahr sein, dass eine Amerikanerin weniger Abfall produziert als ich!» Dieser Gedanke brachte Natalie Bino, Gründerin des Vereins Zero Waste Switzerland, vor gut vier Jahren dazu, ihren Lebensstil komplett zu ändern. Als sie im Fernsehen eine Dokumentation über die Amerikanerin Bea Johnson gesehen habe, die pro Jahr nur ein Einmachglas voll Abfall produziert, habe sie der sogenannte «Zero Waste Lifestyle», also der Lebensstil ganz ohne Abfall, zu faszinieren begonnen, erklärte Natalie Bino an einem Vortrag in der Brauschüür Zollbrück. Dort zeigte sie ein Konzept zur nachhaltigen Abfallreduktion auf. In einem ersten Schritt gelte es, sich zu weigern – beispielsweise im Laden PET-Flaschen zu kaufen oder Geschenke anzunehmen. Der zweite Punkt sieht vor, die Menge von so vielen Gegenständen wie möglich zu verringern: «Nie gespielte Brettspiele oder ungebrauchte Küchenhilfsmittel sollten verschenkt oder verkauft werden. Die restlichen Alltagsutensilien sollte man entweder für den eigenen Gebrauch wiederverwenden, recyceln oder kompostieren», so eine Empfehlung von Zero Waste.

Nicht alles auf einmal ändern

Ganz so einfach sei die Umstellung zum abfallfreien Leben aber doch nicht, gab die Referentin zu: «Man muss den Blick für die Dinge entwickeln, die man bereits hat – denn Neues zu kaufen ist nicht das Ziel.» Zudem sei es wichtig, dass man ein Ziel nach dem anderen verfolge, merkte Natalie Bino weiter an.

Doch wie fängt man mit Zero Waste an? «Es liegt in den kleinen Dingen. Ein guter Anfang ist es bereits, nicht an jedem Seminartag einen neuen Werbekugelschreiber mit nach Hause zu nehmen oder nur unverpackte Salate zu kaufen», ermunterte sie die Anwesenden.

Jeder soll selber entscheiden

Wer aber seinen bisherigen Lebensstil nicht auf den Kopf stellen möchte, wird von der Zero-Waste-Aktivistin keineswegs dazu überredet: «Ich habe damit aufgehört. Für Zero Waste gibt es keine Regeln – jeder muss für sich selbst entscheiden.» Trotzdem hoffe sie, dass sie mit ihren Beispielen die Bevölkerung zu einem nachhaltigen Umdenken bringen könne. Mit ihrem von der Secondhand-Boutique Tresor aus Hasle organisierten Vortrag konnte Natalie Bino im Emmental jedenfalls ein Zeichen setzen – und viele Besucher davon überzeugen, dass jeder von uns bereits mit einem kleinen Beitrag eine grosse Veränderung bewirken kann.



Ein Verein bietet Unterstützung

Der Verein Zero Waste Switzerland steht für nachhaltige Abfallvermeidung und -reduktion in der Schweiz. Seit der Gründung im Jahr 2015 zählt der Verein fast 800 Mitglieder und wurde 2018 als unabhängiger und gemeinnütziger Verein anerkannt.

Zero Waste Switzerland setzt sich dafür ein, die Bevölkerung auf dem Gebiet der Abfallreduktion zu sensibilisieren, zu motivieren und zu begleiten – dies vor allem durch praktische Workshops und öffentliche Vorträge. 

Ausserdem können sich Interessierte in regelmässigen Abständen in themenbezogenen Cafés treffen, in welchen sie sich über die Problematik der Abfallverminderung austauschen und gegenseitig ermutigen können.


16.05.2019 :: Nina Tschanz
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