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Zehn Jahre vermitteln zwischen Bauern und «Bundesbern»
Zehn Jahre vermitteln zwischen Bauern und «Bundesbern» Affoltern: Mit einem Brunch auf dem Bauernhof feierte die Organisation Landwirtschaft Emmental ihr zehnjähriges Bestehen. Auch künftig will sie die Interessen der Bauern vertreten.

Anders als vom Bauernverband, spricht in der Öffentlichkeit kaum jemand von Landwirtschaft Emmental. Und dennoch brauche es sie, die Vermittler zwischen Bauern und Bundeshaus, denn einfacher werde die Arbeit in der Landwirtschaft nicht, sagte Heinz Kämpfer, Präsident von Landwirtschaft Emmental, anlässlich eines Besuches der «Wochen-Zeitung» auf seinem Hof in Affoltern.

Vor 100 Jahren war der grösste Teil des Emmentals von Bauern besiedelt, die in erster Linie als Selbstversorger mehr oder weniger gut ihr Auskommen hatten. Das hat sich grundlegend verändert. Heute sind die Betriebe weniger, dafür grösser geworden, und haben sich als Unternehmer auf einzelne Sparten wie Milchwirtschaft, Mutterkuhhaltung oder Ackerbau spezialisiert. 

Anordnungen als Schikane

«Mit der Unterstützung durch den Bund sind gleichzeitig zahlreiche Vorschriften und Auflagen erlassen worden, die zu verstehen und in manchen Fällen nicht einfach umzusetzen sind», sagte Heinz Kämpfer. Nicht selten würden die Anordnungen von «Bundesbern» als Schikane und ungerechtfertigte Einmischung empfunden. Die Landwirte hätten oft das Gefühl, von inkompetenten Beamten bevormundet zu werden. Da nun nicht jeder einzelne mit seinem Problem im Bundeshaus vorstellig werden könne, sei es sinnvoll, sich zu organisieren, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und sich so eher Gehör zu verschaffen. 

Eigentlich sei die Gründung von «Landwirtschaft Emmental» eine Folge der Verwaltungsreform, die vor zehn Jahren die Aufhebung der 26 Amtsbezirke im Kanton Bern zur Folge hatte, blickte Heinz Kämpfer zurück. 

Eine Bauernorganisation habe schon vorher bestanden, aber die Grenzen hätten sich verschoben und man habe Ober- und Unteremmental fusioniert. Nun seien etwa 1500 Mitglieder angeschlossen, nicht alle, aber ein grosser Teil (schätzungsweise dreiviertel) der Emmentaler Bauern. Im Vorstand seien fünf Oberemmentaler, drei Trachselwalder und vier Unteremmentaler vertreten, somit komme weder das Flachland noch das Berggebiet zu kurz. 

Nicht allen recht machen

Was die Landwirtschaft im Emmental von derjenigen in anderen Regionen unterscheide, sagte Kämpfer, sei die dezentrale Besiedlung. Oft würden abgelegene Gehöfte, weitab von Ortschaften, bearbeitet. «Das Leben auf solchen Einzelhöfen prägt die Bewohner und stellt besondere Anforderungen. Mit dem Wegfallen von Käsereien, Schulen, Dorfläden und Wirtschaften sind Begegnungsorte verloren gegangen, das macht das Leben nicht einfacher.» 

Zudem seien gerade im Emmental besonders viele Bio-Betriebe entstanden, man sei hier auf Nachhaltigkeit und Naturnähe bedacht, berichtete Heinz Kämpfer. Als Landwirt könne er die Anliegen anderer Landwirte verstehen und sie beim Bauernverband vertreten. Hingegen, es allen recht machen, das könne auch er nicht. Aber mit dem Gespräch und dem Austausch von Erfahrungen sei schon viel erreicht worden.

11.07.2019 :: Gertrud Lehmann
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