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Wortspiel und Dichterkunst im Schlossgemäuer
Wortspiel und Dichterkunst im Schlossgemäuer Sumiswald:

Am Samstagabend unterhielten sechs Schweizer Poetinnen und Poeten das Publikum im Schloss Sumiswald mit ihren selbst verfassten Texten beim gut besuchten Poetry-Slam. 

«Heute Abend entscheidet ihr, liebes Publikum, wer den Rittersaal als Sieger verlassen darf», erklärte Peter Heiniger, Moderator der ersten Poetry-Slam der Kulturei Region Sumiswald. Die sechs gegeneinander antretenden Poetinnen und Poeten würden zuerst durch fünf zufällig gewählte Juroren aus dem Publikum bewertet werden. Nach der ersten Runde würden zwei Kandidaten ausscheiden, erklärte Heiniger. Danach würden alle Besucher mit der Lautstärke ihres Applauses entscheiden, wer den Wettbewerb gewinnt.

Weiter erläuterte Heiniger die Regeln, die während dem Wettstreit gelten würden: Die Kandidaten dürften ausschliesslich Texte vortragen, die sie selbst geschrieben hätten, und diese dürften das Zeitlimit von sechs Minuten nicht überschreiten. Während des Vortrages dürften keine Requisiten verwendet und auch Gesang nur bedingt eingesetzt werden.

Themenvielfalt im Saal

Den Anfang machte Kilian Ziegler, Schweizermeister des Jahres 2018. Er begeisterte das Publikum, indem er mehrere kürzere Texte vortrug. Unter anderem präsentierte er sein komisches Liebesgedicht an die Schweizer Sängerin Beatrice Egli.

Überzeugen konnte auch die Slammerin Fabienne Krähenbühl mit ihrem Text «Die tickendi Uhr». Die sei die Uhr, die sie dazu dränge, endlich Mutter zu werden, während sie sich aber immer noch davor ekle, schmutzige Windeln zu wechseln.

Gina Walter, U20-Schweizermeisterin 2017, konnte die Zuhörer ebenfalls für sich gewinnen, indem sie sich auf witzige Weise über ihr banales Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr beschwerte.

Auch Remo Rickenbacher berichtete von einem unerfreulichen Ereignis: einer scheinbar unlösbaren Prüfungsaufgabe. Mit Klischees aus dem Leben eines Studenten konnte er den Rittersaal mit lautem Gelächter erfüllen.

Das Publikum entschied

Ins Finale einziehen durften Lisa Christ, U20-Schweizemeisterin 2011, sowie der Schweizermeister 2016, Remo Zumstein. Er präsentierte sein aussergewöhnliches Gedicht «I packe i mi Rucksack», in dem er den Verlauf eines Lebens darlegte. Er erzählte davon, welche Erfahrungen man während der Schulzeit mit Klassenkameraden macht, wie sich die Eltern auseinanderleben können und wie man sich beim Erwachsenwerden zwischen Höhen und Tiefen hin- und hergerissen fühlt. Der vielfältige Text brachte das Publikum mehrmals zum Schmunzeln, stimmte es allerdings auch etwas nachdenklich.

Mit 25 wird man alt

Lisa Christ entschied sich in der finalen Runde für einen Text über das Altwerden. Auf amüsante Weise schilderte sie den Besuchern bekannte Situationen aus dem Alltag, die darauf hinweisen, dass man alt wird, sobald man 25 Jahre alt geworden ist.

Nach den beiden einzigartigen Texten, die die Zuhörer sichtlich überzeugt hatten, galt es nun eine Entscheidung zu treffen: Wer sollte den Wettstreit und damit auch die gute Flasche Whiskey gewinnen? Obwohl das Publikum für beide Künstler tosenden Applaus klatschte, stand die Gewinnerin fest: Lisa Christ hatte den Poetry-Slam im Rittersaal gewonnen!

Während der Preisverleihung und der Verabschiedung applaudierten die Besucher lautstark und tauschten sich im Anschluss eifrig untereinander über den Anlass aus. Der erste Poetry-Slam der Kulturei im Schloss Sumiswald ist gelungen – und wird vielleicht auch nicht der letzte gewesen sein.

 

14.03.2019 :: Nina Tschanz
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