Anmelden
«Wir müssen auf dem Boden bleiben»
«Wir müssen auf dem Boden bleiben» SCL Tigers:

Morgen Freitag beginnt für Langnau mit dem Heimspiel gegen Servette-Genf die neue Saison. Nach der starken letzten Spielzeit sind die Erwartungen gestiegen.

174 Tage nach dem bitteren Ausscheiden im siebten und entscheidenden Playoff-Viertelfinalspiel gegen Lausanne starten die SCL Tigers morgen Freitag in der Ilfishalle gegen Servette-Genf in die neue Saison. Nach der beinahe fünfmonatigen Vorbereitungsphase stellt sich – wie in jedem Jahr – die Frage, ob die Mannschaft dafür bereit ist. Urteilt man anhand der letzten Testspiele, lautet die Antwort: Ja. Die Tigers beschlossen die Vorbereitung mit zwei Erfolgen gegen Visp (3:0) und die ZSC Lions (5:2). Aus insgesamt sieben Partien resultierten vier Siege und drei Niederlagen. Schöne Ergebnisse zwar, nur bringen diese in der nun beginnenden Qualifikation rein gar nichts. Die Zeit des Kaffeesatzlesens ist vorbei, selbst vermeintliche Transfersieger und Testspielmeister müssen jetzt liefern. «Es ist Zeit, dass es endlich losgeht», sagt auch Captain Pascal Berger. «Es war ein langer Sommer und gerade der August zieht sich immer in die Länge. Deshalb sind wir froh, dass die Saison nun beginnt.»


Selbstbewusst und demütig

Während Fans und Experten im Spätsommer ihre Prognosen stellen, geben die Klubs ihre Ziele bekannt. Die SCL Tigers tun dies in diesem Jahr ziemlich offensiv. Sportchef Marco Bayer stellt unmissverständlich klar: «Wir wollen in die Playoffs!» Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass dies den Emmentalern in 19 Anläufen in der obersten Liga nur zweimal gelungen ist. Die Worte Bayers zeugen vom neuen Selbstbewusstsein dass bei den Tigers nach der besten Saison seit 40 Jahren Einzug gehalten hat.

Der Sportchef tritt aber auch auf die Euphorie-Bremse: «Dieses Selbstbewusstsein könnte problematisch werden. Wir müssen trotz der starken letzten Saison demütig bleiben». Diesbezüglich hatte das Ausscheiden gegen Lausanne im letzten Frühling auch etwas Positives. «Die Erwartungen steigen dadurch nicht gleich ins Unermessliche.»

Captain Berger sagt: «Es ist gut, dass wir unsere Ziele klarer kommunizieren als in anderen Jahren, denn wir sind bereit dafür, diese umzusetzen. Trotzdem müssen wir auf dem Boden bleiben». Der 30-Jährige glaubt, dass einige Mannschaften die SCL Tigers in der letzten Saison etwas unterschätzt hätten. «Das wird nun sicher nicht mehr der Fall sein; man wird uns nichts mehr schenken.» Verstecken müsse man sich deshalb aber keineswegs. «Auch als Langnau darf man hinstehen und sagen ‹wir können etwas›», so Berger.

Die Mannschaft von Heinz Ehlers lag letzte Saison nach jeder der 50 Qualifikationsrunden über dem Tabellenstrich und erreichte die Playoffs letztlich souverän. Objektiv betrachtet ist die Zielsetzung der SCL Tigers deshalb durchaus angemessen. Zumal die Mannschaft im Sommer mit einer geschickten Transferpolitik noch einmal verstärkt wurde. «Die Neuen müssen sich zuerst zwar noch beweisen, doch ich glaube schon auch, dass wir mehr Qualität im Team haben», sagt Pascal Berger.

Drei Heimspiele zum Start

Im Vorjahr legte Langnau den Grundstein für die erfolgreiche Saison mit einem guten Start. Auch diesmal wird ein solcher sehr wichtig sein. Weil Fribourg und Davos ihre Stadien renovieren und in Lausanne im Hinblick auf die WM im nächsten Frühling eine neue Arena entsteht, tritt dieses Trio zu Beginn vor allem auswärts an. Dies hat zur Folge, dass die SCL Tigers mit drei Heimspielen gegen Servette, Fribourg und Zug starten. Zu viel Druck macht man sich deswegen aber nicht. Pascal Berger sagt: «Klar ist es schöner mit Siegen zu starten als mit Niederlagen – aber zu viele Siege sind auch gefährlich, denn dadurch steigen die Erwartungen und man will immer noch mehr.» 

Den Saisonstart nicht mit den Tigers erleben werden fünf Spieler, welche bis auf Weiteres mit einer B-
Lizenz in die Swiss League ausgeliehen werden, um Spielpraxis zu sammeln. Die Stürmer Toms Andersons und Ri-hards Melnalksnis sowie Verteidiger Alain Bircher gehen zum
SC Langenthal, die beiden Angreifer Keijo Weibel und Joel Salzgeber zum EHC Olten. Dies mit dem Ziel, möglichst viel Spielpraxis zu sammeln. Das kann ihnen Heinz Ehlers aufgrund des grossen Tigers-Kaders in Langnau derzeit nicht bieten.

12.09.2019 :: Chirstoph Schär
Meistgelesene Artikel
Wir alle erleben früher oder später dunkle Zeiten. Zeiten, in denen es am einfachsten...
Eishockey – sein Spiel und sein Leben
Eishockey: Pascal Müller – der ehemalige Tigers-Verteidiger hat die Seiten gewechselt. Seit Mitte...
«Man muss es auch mal gut sein lassen»
Burgdorf: Fünf junge Maurer aus dem Kanton Bern, davon zwei aus dem Emmental, haben sich letzte Woche...
Bis Weihnachten soll alles fertig sein
Sörenberg: Das neue Gebäude mit dem Speisesaal und einigen Zimmern der internationalen Hotelfachschule...
Klimawandel betrifft auch die Alpen
Schüpfheim: Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband hielt in Schüpfheim seine Hauptversammlung ab....
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr