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«Wir haben nicht nur ein Radrennen, sondern ein ganzes Fest organisiert»
«Wir haben nicht nur ein Radrennen, sondern ein ganzes Fest organisiert» Tour de Suisse:

Marius Reist wusste, was auf ihn zukommen würde als Präsident des Organisationskomitees des Startortes der Tour de Suisse in Langnau. Er war schon 2008 dabei.

Marius Reist, die Aufbauarbeiten des Start- und Zielgeländes haben schon begonnen, am Freitag rollen die Teams und der TdS-Tross an.
Sind Sie nervös?

Nein, mein Puls ist ruhig. Wir sind gut vorbereitet. Alles, was wir planen konnten, ist geplant. Momentan wird noch der Feinschliff vorgenommen. Letzte Woche wurden schon die Fahnen aufgehängt und das Dorf für das Fest vorbereitet. Alle konzeptionellen Arbeiten, die während der letzten zwei Jahre stattgefunden haben, sind abgeschlossen. Jetzt wird umgesetzt.

 

Oft tauchen erst in letzter Sekunde Unstimmigkeiten oder kleinere
Probleme auf. Was könnte hier in Langnau noch schiefgehen?

Klar kann es sein, dass irgendwo noch eine Schraube fehlt, aber da sind unsere Leute flexibel und gewieft genug, um darauf reagieren zu können. Das grösste Risiko ist das Wetter. Ein paar Gewitter können wir verkraften, wenn es aber das ganze Wochenende regnen würde, wäre das schon schade. 

 

Wie lief die Zusammenarbeit zwischen den TdS-Organisatoren und dem OK hier in Langnau?

Die Zusammenarbeit gestaltete sich sehr angenehm. Wir haben natürlich viele Vorgaben bekommen, wie beispielsweise ein Zielbereich auszusehen hat. Das Fernsehen kommt mit einer bestimmten Anzahl Lastwagen, die müssen parkiert werden. Da weiss man ganz genau, wie gross die Fläche dafür sein muss. Dann haben wir eine Strominfrastruktur, die wir bereitstellen müssen, einen Teil für den VIP-Bereich auf dem Bärenplatz und einen Teil für die Fernseh-Übertragung. Weiter ist da natürlich die ganze Wasser- und Abwasser-Thematik. Aber das sind alles Dinge, die planbar sind. 

 

War es ein Vorteil, 2008 den Anlass schon Mal organisiert zu haben?

Ja, natürlich. Im Kernteam sind mehr oder weniger die gleichen Personen dabei, die damals schon mitgeholfen haben wie Kurt Bertschart, Etappen-
ortverantwortlicher, und David Loosli, ehemaliger Fahrer. Seither war man jedes Jahr in Kontakt. Die TdS-Organisatoren haben oftmals den Wunsch geäussert, zurück nach Langnau zu kommen. 

 

Nebst dem sportlichen Teil ist das Rahmenprogramm in Langnau ziemlich gross.

Das macht es aus, das hat auch die TdS-Organisation gemerkt. Wir haben nicht nur ein Radrennen, sondern ein Fest für die ganze Bevölkerung auf die Beine gestellt. Es sind viele Leute, von den Standbetreibern bis zu den Musikern, die am Wochenende in Langnau mithelfen werden, den TdS-Start unvergesslich zu machen. Klar ist das Velorennen der Aufhänger der ganzen Geschichte, aber es sollte etwas für jeden dabei haben, etwa die Gelegenheit, auf dem Markt etwas zu essen oder abends Konzerte zu hören. 

 

Für die Zuschauer ist der Anlass
gratis, was kostet aber das ganze
Wochenende tatsächlich?

Mittlerweile rechnen wir mit gut einer halben Million Franken. Ein grosser Beitrag kommt von der öffentlichen Hand: von der Gemeinde Langnau und den Gemeinden an der Strecke, die wir durchfahren. Dann helfen uns viele Sponsoren. Die Gastro-Einnahmen haben wir nicht wirklich budgetiert, denn das ist schwierig zu berechnen und kann je nach Wetter sehr variieren. 

Wie kam es zur Festlegung der 

Strecken?

Da setzte man auf Altbewährtes, trotz der vielen schönen Möglichkeiten im Emmental. Aber gerade beim Zeitfahren bekamen wir die Vorgabe, dass die Strecke rund zehn Kilometer lang sein muss und keine Bahnübergänge aufweisen darf. Da hatten wir keine grosse Auswahl und konnten beispielsweise nicht Richtung Luzern gehen, wegen der Bahnlinie. So entschieden wir uns für die Variante Zollbrück. Die Streckenverantwortlichen der TdS waren damit einverstanden. 

 

Das Rundrennen am Sonntag führt dann durch eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch.

Der zweite Teil ist sehr stark angelehnt an die Etappe vom 2008. Schon damals waren das Chuderhüsi und der Schallenberg Teil der Strecke. Diese führt tatsächlich durch ein sehr schönes Stück Emmental, gespickt mit Sehenswürdigkeiten entlang der Strasse, optimal für die Fernsehbilder. Überhaupt ist das eine der schönsten Routen im Oberemmental.

 

Worauf freuen Sie sich persönlich 

am meisten? 

Ich und das OK freuen uns auf den Anlass selber. Aber ich denke wir sind auch alle froh, wenn die Tour Langnau passiert hat und zum nächsten Etappenort weiterzieht und hier alles glatt über die Bühne gegangen ist.



13.06.2019 :: Olivia Portmann
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