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Wie alt sind Sie?

An der Universität, an der ich nebenberuflich studiere, werden immer wieder Studien zum Thema Alter durchgeführt. Dabei kann Erstaunliches erlebt werden: Da sagt man einer 70-jährigen Studienteilnehmerin, dass man sie interviewt, um herauszufinden, wie denn die typischen 70-Jährigen in der Schweiz sind und sie antwortet mit: «Ach, da bin ich leider die Falsche, denn ich bin gar nicht typisch für mein Alter.» Interessant ist, dass das praktisch alle so sagen, die an diesen Studien teilnehmen.

Der Grund liegt darin, dass das Alter in unserer Gesellschaft einen sehr schlechten Ruf hat. Ältere Menschen sind vermeintlich langsam, rückwärtsgewandt, können sich nicht mehr auf Neues einlassen, klagen über alles Mögliche und sind mürrisch und kleinlich. Verständlicherweise möchte niemand so sein und so distanziert man sich innerlich von seinem Alter. Die Siebzigjährigen geben bei Befragungen im Schnitt an, dass sie sich über zehn Jahre jünger fühlen, als sie eigentlich sind. Dazu gehört, dass es als unhöflich gilt, ältere Menschen nach dem Alter zu fragen und manche beginnen sogar damit, ihr Alter öffentlich falsch anzugeben.

Eigentlich ist das absurd, denn das eigene Alter kann niemand beeinflussen und es ist damit nichts, wofür man sich schämen müsste. Die Bibel enthält viele Zusagen zum Alter, zum Beispiel in Jesaja 46, 4: «Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.» Das kann älteren Menschen helfen, ihr Alter anzunehmen und selbstbewusst dazu zu stehen. Und das kann jüngeren Menschen helfen, älteren Personen nicht mit den oben genannten Vorurteilen zu begegnen, auch mal geduldig hinter einem langsameren Auto herzufahren ohne zu drängeln oder gerade bei dieser Hitze Senioren mit einem lieben Wort oder einer ermutigenden Karte zu beschenken.

08.08.2019 :: David Jany, Pastor FEG Sumiswald
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