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Weihnächtliche Sternstunde
Langnau/Biglen: Die Kirchenchöre Biglen und Langnau führten das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf. Das Konzert bot Grund zu einhelliger Freude.
«Nichts ist so geeignet, Gott zu loben, wie die Musik», sagte Martin Luther. Ob er ahnen konnte, dass zweihundert Jahre später ein so freudiges Werk wie das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach geschrieben würde?
Die reich instrumentierten Chöre und Arien stellen hohe Anforderungen an die Ausführenden. In Langnau wurde das Weihnachtsoratorium letztmals 1993 durch den Konzertverein aufgeführt, in Biglen sang der Kirchenchor das Werk 2011 zur Verabschiedung ihrer Dirigentin. 

Bald sprang der Funke

Der Eingangschor «Jauchzet, frohlocket» ist ein einziger grosser Jubel, der im Vortrag der beiden Kirchenchöre noch etwas verhalten klang (Konzert vom 18. Dezember). Erst im ersten Choral «Wie soll ich dich empfangen» sprang der Funke der Sängerinnen und Sänger auf das Publikum über. Mit grosser Wahrhaftigkeit sang der Chor von da weg jeden Einsatz. Selbst die Nummer «Ehre sei Gott» in der zweiten Kantate gelang hervorragend. Die beiden Chöre zeigten eine Glanzleistung, zu der man Stephanie Reist (Kirchenchor Langnau) und Martin Studer (Kirchenchor Biglen) nur gratulieren kann. Die beiden leiteten die vier Aufführungen übrigens partnerschaftlich, indem jedes je zwei Konzerte dirigierte. 

Auf professionellem Niveau

Viel zum Erfolg der Aufführung steuerte das Neue Zürcher Orchester bei. Von Martin Studer 1990 gegründet, bietet das Orchester jungen Berufsmusikerinnen und Berufsmusikern Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Dass hier auf professionellem Niveau musiziert wird, wurde schnell klar. Das Orchester spielte differenziert und liess keinen Verdacht auf Routine aufkommen. Ausgezeichnete Instrumentalisten traten mit den Gesangssolisten in den Dialog, allen voran Dominik Hennig, Continuo, und der Konzertmeister Adrian Häusler.
Für einen besonderen Glanzpunkt sorgte der Meistergeiger Alexandre Dubach in Bachs Konzert d-moll für Violine und Oboe, das zu Beginn des Adventskonzerts erklang. Mit der jungen Oboistin Maren Bachmann musizierte er um die Wette und verzauberte das Publikum mit seinem farbenreichen Geigenspiel. Ebenfalls zur Spitzenklasse gehörig erwies sich die junge Trompeterin Melissa Krummenacher. Der Klang und die Perfektion der Solotrompete sorgte immer wieder für Begeisterung. 

Von Höhepunkt zu Höhepunkt
Passend zum Orchester standen zwei junge Sängerinnen auf dem Podest, die beide Preisträgerinnen des Migros Kulturprozent sind: Aurélie Jarjaye, Sopran, und Madeleine Merz, Alt. Zusammen mit dem Tenor, Christoph Metzger, der als Evangelist durch die Geschichte führte, und dem Bassisten, Christian Marthaler, sorgte das Solistenquartett in Arien, Duetten und Rezitativen für zahlreiche Höhepunkte. Die Altistin Madeleine Merz, welche im Weihnachtsoratorium eine Schlüsselrolle spielt, sang die Worte und Gedanken der Maria mit Bravour. Den eindringlichsten Moment erreichte sie in der Arie «Schliesse mein Herz», wo sie gelobt, die Geburt und alles, was darum geschah, in ihr Herz zu schliessen.
Mit Pauken und Trompeten geht der dritten Teil des Weihnachtsoratoriums zu Ende. Reich beschenkt mit warmem Herzen verliess man die voll besetzte Kirche. Das Adventskonzert der beiden Kirchenchöre hat auf einmalige Art gezeigt, was Weihnachten bedeutet: Ein mächtiges Ja, das den Zweifel im eigenen Herzen vertreibt.   
22.12.2016 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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