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«Wegen des Checks wütend zu sein, bringt nichts – das kann passieren»
«Wegen des Checks wütend zu sein, bringt nichts – das kann passieren» SCL Tigers:

Die Meisterschaft war vier Minuten alt, als Loïc In-Albon mit einer Hirnerschütterung vom Eis musste. Der Walliser braucht Geduld für seine Rekonvaleszenz.

«Ich weiss noch alles vom Unfall», berichtet der ehemalige Lausanner Stürmer Loïc In-Albon. «Ich war auf den Puck konzentriert und habe nicht gesehen, dass Noah von links gekommen ist und zack lag ich am Boden.» Erzählt der 22-jährige Walliser, der schon in der ersten Meisterschaftspartie der Tigers gegen Genf dermassen hart gecheckt wurde, dass er bis jetzt – 15 Runden oder sechs Wochen später – noch nicht richtig spielen durfte. Die ersten Tage nach dem Unfall habe er viel geschlafen, als es ihm dann aber besser ging, konnte er fernsehen und er habe viel Sudoku gespielt. «Zum Glück war auch meine Freundin zu Hause, sie hat mich unterstützt und gut gekocht,» erzählt der junge Stürmer. Ein paar Partien habe er auf dem TV geschaut, die Erhohlung habe aber oberste Priorität gehabt. So konnte Loïc In-Albon erst gut einen Monat nach seinem Unfall das erste Mal wieder ins Stadion.

«Das erste Spiel der Tigers, dass ich komplett verfolgen konnte, war gegen Lausanne.» Er sei nach den ersten Tagen des Zuhausebleibens und Schlafens einfach froh gewesen, wieder im Stadion zu sein und die ganze Spieldauer seines neuen Arbeitgebers und seiner Kollegen zu verfolgen.

 

Training im weissen Trikot

«Jetzt geht es mir schon fast wieder ganz gut. Der Kopf ist gut, der Nacken stabil, nur meine Augen sehen noch nicht in allen Situationen ganz scharf», berichtet der Walliser über sein Zustand. Den Alltag könne er schon problemlos bewältigen, auch Trainings auf dem Eis hat er mittlerweile schon durchgestanden. «Ich trainiere mit einem weissen Trikot damit die Mitspieler erkennen, das sie mich schonen müssen.» Immerhin sei er schon einen Schritt weiter, als das erste Mal auf dem Eis, als er nur Schlittschuh gefahren ist und den Puck einwenig vor sich hingeschoben habe, zeigt sich In-Albon zuversichtlich. «Ich bin diese Woche auch besser drauf, als letzte Woche. Dann hatte ich nämlich überall Muskelkater; es war das erste Mal nach der Therapie, dass ich nach dem Plan von Nicola Lüthi, unserem Konditionstrainer, wieder richtig trainieren durfte».

 

Therapie in Zürich

Nach einer Hirnerschütterung wird derzeit nichts dem Zufall überlassen Nach einem minutiösen Sechsstufenplan werden die Sportler Schritt für Schritt durch ihre Rekonvaleszenz geführt. Dazu gehört eine Therapie im Swiss Concussion Center in Zürich. Das Zentrum, bestehend aus einer Zusammenarbeit der Schulthess Klinik und der Klinik für Neurologie des Universitäts-Spitals Zürich, bietet die optimale Kombination von Neurologen und Physiotherapeuten und Erfahrungen im Leistungssport. 

Während eines Monats ging Loïc In-Albon jede Woche dreimal nach Zürich in die Therapie. «Es ist wichtig, dass ich Geduld habe bis ich wieder 100 Prozent fit bin. Es bringt nichts, zu früh aufs Eis zu gehen und dann ein ganzes Leben darunter zu leiden», erklärt der Stürmer mit der Nummer 25. Klar ärgere es ihn, dass er jetzt so lange nicht spielen konnte, aber deswegen auf Noah Rod wütend zu sein, bringe auch nichts. Der Genfer Spieler wurde für zwei Spiele gesperrt und musste eine Busse bezahlen. «Noah hat mir direkt nach dem Spiel geschrieben und sich entschuldigt. Er dachte, ich hätte den Puck.» Auch die vielen Zuschriften seiner Kollegen haben ihm gut getan. «Viele haben mich getröstet und ich solle unbedingt genug Geduld haben, bis ich wieder fit sei, schliesslich sei ich noch jung und könne noch lange spielen.» Am schönsten sei gewesen, wieder mit seinen Tigers-Kollegen in die Garderobe zu dürfen, gibt der Walliser zu: «Es ist sehr cool. Wir können über alles sprechen und ich geniesse es, mit den Jungs zusammen zu lachen.»

Wenn alles nach Plan geht, wird der neue Stürmer auch bald wieder auf dem Eis etwas zu lachen haben. «Es ist geplant, dass ich nach der Nati--Pause wieder mitspielen kann. Aber vorerst schauen wir Tag für Tag, wie es mir geht».

24.10.2019 :: Olivia Portmann
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