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«Vielleicht war es dumm, zu gehen»
«Vielleicht war es dumm, zu gehen» SCL Tigers: Im Frühling verliess Eero Elo Langnau nach drei Saisons. Weil der Finne in seiner Heimat nicht glücklich wurde, hat er die Rückkehr ins Emmental gleich selber organisiert.

Die Meldung kam ziemlich überraschend. Obwohl die SCL Tigers bereits fünf ausländische Spieler unter Vertrag hatten, also einen mehr, als sie pro Partie einsetzen dürfen, verpflichteten sie kurz vor Weihnachten noch einen sechsten. Und zwar einen Altbekannten, nämlich Eero Elo. Der Finne stürmte bereits von 2016 bis 2019 für die Emmentaler, in 145 Einsätzen realisierte er 99 Skorerpunkte. Und nun, am letzten Freitag gegen Davos (1:2 n.V.), trug er erstmals wieder das Langnauer Trikot. Wenn auch noch mit der provisorischen Rückennummer 94, statt seiner gewohnten 84, die noch in Arbeit war.

Doch weshalb spielt er überhaupt wieder bei Langnau, nachdem er im Frühling einen Zweijahresvertrag bei seinem Heimatverein Lukko Rauma in Finnland unterschrieben hatte? «Ich und der Trainer hatten unterschiedliche Ansichten», sagt der 29-Jährige diplomatisch. «Persönlich hatte ich nichts gegen ihn, aber es war für beide Seiten besser, dass wir uns trennten.» Lediglich zwei Tore und drei Vorlagen in 17 Partien entsprachen weder den Ansprüchen des Klubs, noch jenen des Spielers, weshalb der Kontrakt eben aufgelöst wurde.

 

Der Anruf an Marco Bayer

Und so griff Elo, der 2013 finnischer Meister mit Ässät Pori wurde, zum Telefon und kontaktierte Tigers-Sportchef Bayer. «Ich habe einfach mal angefragt, ob er noch einen Spieler brauchen könnte», sagt Elo. «Ich wusste, dass sie bereits fünf Ausländer unter Vertrag haben und nicht gerade im Geld schwimmen. Deshalb war für mich ziemlich unklar, ob es klappen würde.» Es klappte, weil der Verwaltungsrat zusätzliches Geld locker machte, welches das Budget nicht belastet.

Der 2008 in der NHL (Minnesota) gedraftete Angreifer feierte gegen den HCD eine gelungene Rückkehr. Trainer Ehlers war vom Einsatz des Flügelstürmers gar ein wenig überrascht. «Dass er so kämpfen kann, habe ich von ihm gar nicht gekannt», sagte der Coach hinterher. Trotzdem war Elo zwei Tage später in Freiburg bereits überzählig und schaute sich Langnaus Niederlage gegen Gottéron von der Pressetribüne aus an. «Mir war von Anfang an klar, dass ich ab und zu zuschauen werden muss», sagt er. «Nach der schwierigen Zeit in Finnland ist es trotzdem schön, zurück in Langnau zu sein.»

 

«Da war es schon zu spät»

Rückblickend würde er die Tigers wohl nicht mehr freiwillig verlassen, wie er das im Frühling noch getan hat. «Ich bin letzte Saison nicht so gut gestartet und hatte deshalb immer irgendwie das Gefühl, dass Langnau einen neuen Ausländer sucht und es für mich keinen Platz mehr geben würde», blickt Elo zurück. «Gegen Ende der Saison lief es mir dann viel besser, aber da war es schon zu spät, da hatte ich bereits in Finnland unterschrieben. Vielleicht war es ein bisschen dumm von mir, zu gehen. Aber so läuft das halt im Eishockey-Geschäft.»

Mit ihm kam auch seine Familie ins Emmental zurück. Der ältere der beiden Söhne, der in Langnau bereits zwei Jahre den Kindergarten besucht hat, hatte am Montag seinen ersten Schultag in der Schweiz. «Er spricht viel besser Deutsch als ich, auch wenn er in den letzten Monaten in Finnland vielleicht ein paar Sachen wieder vergessen hat», sagt Elo. Sportlich gibt es für den 1,93 grossen Stürmer nur ein Ziel: «Wir wollen auch in dieser Saison in die Playoffs. Und wir haben beste Chancen, das auch zu schaffen.»

09.01.2020 :: Christoph Schär
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