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Ungetrübter Hörgenuss
Ungetrübter Hörgenuss Langnau:

Die Trachtenchöre begeisterten mit ihrem Gesang. Alte und neue Volkslieder erklangen wie auch Jodellieder. Viele sangen auswendig und standen mit der Dirigentin in Kontakt. 

Die schweizerische Trachtenvereinigung leitete das Konzert ein. Der Chor aus rund achtzig Sängerinnen und Sängern trugen Lieder in allen vier Landessprachen vor. Beim Schlussstück «Uf de Alpe obe» durfte das Publikum mitsingen. Für Überraschung sorgte das Lied «Ds Parfüm vom Summer». Das Stück, das aus einem langsamen, träumerisch und einem schnellen, lebhaften Teil besteht, hat die Bernerin Margot Hoigné für das Unspunnenfest 2017 komponiert. Dieses wie alle anderen Lieder trug der Chor dreistimmig in ausgezeichneter Qualität unter der Leitung von Gabriela Moser, Hanni Langhans und Zita Lang vor. 

Als zweites folgte der Auftritt des Landesteils Emmental. Die Kirche füllte sich jetzt bis auf den letzten Platz. Der stattliche Chor erfüllte seine Aufgabe, die Gastgeberregion würdig zu vertreten, unter der Leitung von Andrea Doroftei-Strahm mit Bravour. Auf dem Programm standen neben traditionellen Volksliedern (Dr Trueberbueb, Heimetdörfli) zwei neue Volkslieder. «Zäme singe» von Peter Künzi, der das Lied 2002 für den Frauenjodelchor Bumbach geschrieben hat, und «Pfyffer Schybegütsch» von Roland Scherrer aus Wynigen. Im letzteren zählt der Komponist unzählige Orte des Emmentals auf und vertont sie zu einem Lied und Sprechgesang.   

Die Freude am Jodeln 

Anschliessend war der Gemischte Chor und die Trachtengruppe Neumühle an der Reihe und überraschte mit prachtvollen Jodel-Einlagen, darunter «Ar Ämme», ein weiteres Lied von Peter Künzi. Auf die Frage, ob sie vom Jodeln komme, bejaht die Leiterin Barbara Gerber lachend, um sogleich anzufügen, dass sie auch Lieder aus dem Repertoire für gemischten Chor singen würden. Mit ihrem Bekenntnis zum Jodellied war die Trachtengruppe Neumühle nicht alleine. Die Freude am Jodeln zog sich durch das ganze Programm. Immer wieder gab es Jodeleinlagen, in denen die Sängerinnen ohne Worte ihrer Freude Ausdruck verliehen. Ein besonderes Highlight in dieser Hinsicht bot die Trachtengruppe Sigriswil mit dem Lied «Z’fride» von Jakob Ummel. 

Am späten Nachmittag trat der Landesteil Seeland unter der Leitung der Sopranistin Katharina Beidler auf. Neben dem Winzerlied «Te voici vigneron» erklang «D Visitestube». Der Text stammt vom Pfarrer und Liederdichter Gottfried Strasser (1854-1912), der im Pfarrhaus Langnau aufgewachsen ist und auch den Text zum Truberbueb geschrieben hat. In der ersten Strophe zählt Strasser die sechs Regionen des Kantons Bern auf (Emmental, Oberland, Oberaargau, Mittelland, Jura, Seeland), um dann in der zweiten Strophe die schönste Gegend zu nennen, die der «Gletscherpfarrer» nicht im Emmental verortete, sondern im Oberland. 

Viele Highlights

Zu den vielen schönen Momenten, die während des Konzerts zu hören waren, gehörte der Auftritt der Trachtengruppe Schwanden. Der dreissigköpfige Chor, darunter viele junge Frauen in der Sonntagstracht, glänzte unter Christine Berger mit Liedern wie «Ämmital» (Satz: Roland Scherrer) und «S’alte Lied». Einmal traten die Jüngeren alleine auf. Wider Erwarten sangen sie Peter Rebers «D’Wält wär voll Blueme, we se nume würsch gseh», ein Stück voll Schmerz und Melancholie. Der Landesteil Oberaargau unter der Leitung von Lilian von Rohr machte mit wunderbarem Chorklang auf sich aufmerksam. Ihr Liedervortrag mit «Wildi Rose», «I dyne schöne Ouge» und «Stets i Trure mues i läbe» bot einen Hörgenuss vom Feinsten. Mit der Trachtengruppe Affoltern und ihrer Leiterin Käthi Lehmann ging der sieben stündige Liedervortrag würdig zu Ende. 

04.07.2019 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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