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Trotz Konzept fehlt es immer noch an Stellplätzen für Wohnmobile
Trotz Konzept fehlt es immer noch  an Stellplätzen für Wohnmobile Emmental:

Reisende mit Wohnmobilen suchen im oberen Emmental oft erfolglos nach Stellplätzen. Das Konzept der Regionalkonferenz zeigte bisher kaum Wirkung.


 

«Wohnmobil-Stellplätze gesucht.» Unter diesem Titel forderte der Gemeinderat Langnau im letzten Infoblatt die Liegenschaftsbesitzer auf, sich mit dem Leitfaden der Regionalkonferenz Emmental und der Region Oberaargau zum Thema Wohnmobilstellplätze auseinanderzusetzen. Dieses Konzept zeigt das grosse wirtschaftliche Potenzial der Wohnmobilreisenden auf. Es liefert zudem Hinweise über die Anforderungen an Stellplätze und informiert hinsichtlich Baubewilligungsverfahren.

Nachfrage ist da

Gäste auf dem Stellplatz Kürbishof Oppliger, Oberburg (siehe Kasten) bestätigen es: Die Gegend gefällt und man bedauert, dass es im oberen Emmental keine Stellplätze für Wohnmobile gibt. Ein Ehepaar aus dem Kanton Thurgau hat den Stellplatz Oberburg übers Internet gefunden und verbrachte die Ostertage von dort aus mit Ausflügen nach Bern und über die Hügel des Emmentals. «Unser Stellplatz ist fantastisch und die Region strahlt Ruhe aus», sagen sie übereinstimmend. Zwei befreundete Familien aus Münsingen und Birr haben sich in Oberburg getroffen, um die Ostertage gemeinsam zu verbringen. Der Grund dieses Entscheides liege in der Kinderfreundlichkeit des sonnigen Stellplatzes hinter dem alten Bauernhaus. «Unsere Kinder können hier mit Gleichgesinnten an der Kletterwand üben, das Tipi-Zelt aufsuchen oder auf dem Kinderspielplatz herumtoben», halten sie fest. 

Der Schweizerische Caravan-Gewerbeverband weist seit längerer Zeit auf das eklatante Unterangebot an Stellplätzen in unserem Land hin. Die Verkäufe von Wohnmobilen nehmen stetig zu, allein 2015 in der Schweiz um über zehn Prozent.

«Wir haben kein Land»

Was tun die Tourismusverantwortlichen, um im Emmental mehr Stellplätze zu erhalten? «Wir besitzen kein eigenes Land und können deshalb nicht direkt handeln», sagt Christian Billau, Leiter Tourismus Emmental und Geschäftsführer der Emmental Tours AG. Sie seien stets daran, neue Angebote zu entwickeln. Zurzeit werde der Agrotourismus stark gefördert. Ohne Stellplätze könne aber kein Angebot für Wohnmobilreisende geschaffen werden. Billau begrüsst, dass die Bundespolitik die Bauern zu mehr Markt und Entwicklung neuer Nischenprodukte ermuntere. Er bedauert jedoch, dass das Raumplanungsgesetz bezüglich der Schaffung von Stellplätzen bremsend wirke. 

Baubewilligung als hohe Hürde?

Das gewerbsmässige Anbieten von Stellplätzen braucht eine Baubewilligung. Liegt das Grundstück in der Landwirtschaftszone, so muss laut Raumplanungsgesetz für einen sogenannten «nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieb» ein sachlicher Zusammenhang zur Landwirtschaft nachgewiesen werden, zum Beispiel mit einem Hofladen. Diese Auflage schränkt die Anzahl möglicher Anbieter von Stellplätzen massiv ein. Max Gerber, Leiter der Bauabteilung beim Regierungsstatthalteramt Emmental, hält fest, dass in letzter Zeit keine derartigen Baugesuche eingegangen seien. Er verweist aber auch auf das kantonale Baubewilligungsdekret, welches das Aufstellen von einzelnen Campern und Wohnwagen auf bestehenden Abstellflächen ohne Baubewilligung erlaubt. 

Nachfragen bei den Gemeinden Langnau und Signau sowie beim kantonalen Strasseninspektor haben ergeben, dass das «wilde» Parkieren von Wohnmobilen auf öffentlichen Plätzen keine Probleme verursacht und toleriert wird. «Diese Gäste ziehen nach einer Nacht mangels Strom- und Wasseranschluss erfahrungsgemäss weiter», sagen sie übereinstimmend. 

 

27.04.2017 :: Walter Marti
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