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Trinitatis

«Das verstehe ich nicht: Sprich lieber deutsch – oder noch besser schweizerdeutsch!» Dennoch kann es durchaus sein, dass einigen Christen, gleich welcher Konfession, das Wort «Trinitatis» bekannt ist. Die evangelische Kirche beginnt vom kommenden Sonntag die «Sonntage nach Trinitatis» oder «nach Dreifaltigkeit» zu zählen. Wer Schwierigkeiten hat, dieses Fest zu verstehen, der braucht sich nicht zu schämen. So viele Theologinnen und Theologen haben es versucht, und so viele scheinen in ihren Gedanken in den entferntesten Lüften zu schweben. Dies ist nicht erst heute so, denn bereits im 3. Jahrhundert musste dies der Kirchengelehrte Augustinus bitter erfahren. Er will den gläubigen, suchenden, aber auch den zweifelnden Menschen das Wort «Trinitatis» oder auf Deutsch «Dreifaltigkeit» erklären. Er zerbricht sich fast den Kopf. Immer wieder versucht er dieses Geheimnis in Worte zu fassen. 

Dazu gibt es eine wunderbare Legende: «Als der heilige Augustinus an seinem Werk über die Dreifaltigkeit arbeitete, ging er einmal am Meer spazieren und traf dort ein kleines Kind. Das Kind hatte ein Loch in den Sand gegraben und schöpfte mit seiner Muschel immer wieder Meerwasser in das Loch, immer wieder aufs Neue. Nach einiger Zeit fragte Augustinus das Kind: ‹Was machst du denn da?› Und das Kind antwortete ihm: ‹Ich schöpfe das Meer in dieses Loch!› Da schüttelte Augustinus den Kopf und erwiderte: ‹Du kleiner Narr, das ist doch unmöglich. Du kannst das grosse, weite Meer, doch nicht in dieses kleine Loch füllen!› – ‹Aber du bildest dir ein,› meinte daraufhin das Kind und blickte dabei den grossen Gelehrten ernst an, ‹dass du das grosse Geheimnis der Dreifaltigkeit mit deinem Kopf erfassen kannst!?›» 

Ist dies nicht ein grosser Trost? Ich gebe es zu: Wenigstens für mich ist es einer!

24.05.2018 :: Jakob Zemp, Wallfahrtspriester, Heiligkreuz im Entlebuch, Schüpfheim
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