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Treue Fans und ehrlich verdientes Geld
Treue Fans und ehrlich verdientes Geld SCL Tigers: Sportlich haben die «Tigers» das Minimalziel erreicht – wirtschaftlich steht die SCL Tigers AG sehr gut da. Trotzdem seien keine grossen Sprünge möglich, sagt Peter Jakob. 
Peter Jakob scheint mehr denn je im Eishockeybusiness angekommen zu sein. Eine Trainerentlassung, wie kürzlich vollzogen, sorgt bei ihm nicht mehr für schlaflose Nächte. Auch der Umstand, dass viele Eishockeyspieler Langnau nicht unbedingt treu sind – vor allem wenn einer der grossen Clubs mit Geldscheinen winkt, betrübt ihn kaum mehr. «Ich habe viel über das Hockeybusiness gelernt», meint Peter Jakob, der seit gut sechs Jahren als Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers AG tätig ist. Trotzdem hat er dem Langnauer Eishockeyunternehmen seinen Stempel aufgedrückt: Etwa mit dem Grundsatz, wonach nicht mehr Geld ausgegeben wird als eingenommen.

Wissen, wo man steht

Dank einem monatlichen Reporting weiss die «Tigers»-Führung stets, ob die effektiven Zahlen dem Budget entsprechen. Diesen Winter dürfte der sechsköpfige Verwaltungsrat die Zahlen stets mit Freude gehört haben, schliesslich pilgerten durchschnittlich 5851 Personen in die Ilfishalle, wobei Peter Jakob umgehend relativiert: «Zahlende Fans hatten wir rund 5500. Auch mit dieser Zahl sind wir aber sehr zufrieden.» Beim Budget der Saison 2015/16 war man von 5000 Zuschauern ausgegangen, später korrigiert der Verwaltungsrat den Wert auf 5100. Die treuen Fans bescherten der SCL Tigers AG nicht nur Mehreinnahmen beim Ticketing sondern auch beim Catering. Durchschnittlich gab ein Fan rund elf Franken für Trinken und Essen aus – gewinnen die «Tigers» liegt der Wert übrigens deutlich höher, als wenn die Langnauer als Verlierer vom Eis müssen.

Etwas mehr Geld für die Mannschaft

Wird der Gewinn umgehend in eine schlagkräftigere Mannschaft investiert? «Wir haben wegen der erfreulich hohen Einnahmen den Budgetposten 1. Mannschaft ein wenig nach oben korrigiert», erklärt Peter Jakob. Ein Teil des Geldes sei mit den getätigten Transfers bereits verplant. Grosse Teile der Equipe für die kommende Saison stehen, noch offen sind zwei Ausländerpositionen und der Coach. Man werde sich bei diesen Entscheidungen Zeit lassen, sagt Peter Jakob. Angebote würden genug vorliegen. «Langnau ist eine Adresse, die auch im internationalen Eishockey bekannt ist.»
Dass die «Tigers» Superstars verpflichten werden, ist nicht zu erwarten. Ihre Strategie sei, jedes Jahr näher an die grossen Clubs zu kommen. Besonders schwierig sei, an gute Schweizer Spieler zu kommen: «Die fünf, sechs grossen Clubs zahlen für Schweizer Spieler zum Teil viel zu hohe Saläre», ist Peter Jakob der Meinung. «Warum erhält einer in dieser Liga 400’000 Franken und mehr? Wenn keiner der Clubs ein solch hohes Angebot machen würde, wäre der Spieler mit viel weniger zufrieden – denn in eine andere Liga abwandern würden die wenigsten.» Die Folge dieses steten Überbietens – welches von den Spieleragenten kräftig angekurbelt werde – sei, dass jede Saison mindestens ein Club in die Schlagzeilen gerate: Aktuell sucht Kloten nach Geldgebern, damit es überhaupt weitergeht. Andere Clubs sind auf Geldgeber angewiesen, welche zum Teil alles andere als unbeschriebene Blätter sind. «Der Fall Kloten ist für die Betroffenen schlimm, für die Liga insgesamt ein Segen, weil Kloten viel weniger Geld für die erste Mannschaft ausgeben wird», hält Peter Jakob fest.

«Tigersaal» immer wichtiger
Auch wenn die SCL Tigers AG schwarze Zahlen schreibt, hat sie auch Probleme: «Wir haben treue Sponsoren, aber neue zu finden, ist schwierig. Hier ist der Standort Langnau eher ein Nachteil, weil wir zu weit weg von den Zentren sind», hat Jakob die Erfahrung gemacht. Zu einem immer wichtigeren Standbein werde der
«Tigersaal». Durch die Anlässe, welche dort durchgeführt werden, kann die SCL Tigers AG auch im Sommer Geld verdienen.
Schliesslich verfolgt die Führung der SCL Tigers nach wie vor die Idee, die Nachwuchsabteilung ausbauen zu können – unter anderem dank eines zweiten Eisfelds.  
07.04.2016 :: Bruno Zürcher
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