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Südkoreaner informierten sich über die Bio-Landwirtschaft
Südkoreaner informierten sich über die Bio-Landwirtschaft Rüderswil:

Südkoreanische Landwirte und Forscher besuchten den Bio-Landwirtschaftsbetrieb der Rothenbühlers. Sie erhofften sich Erkenntnisse für mehr Ökologie in ihrer Heimat.

22 Landwirte und landwirtschaftliche Forscher aus Südkorea besuchten während neun Tagen Bio-Landwirtschaftsbetriebe in Norditalien, Deutschland und der Schweiz. Die Betriebe wurden über das Internet ausfindig gemacht, so auch der Hof Marlenberg, der durch die Familie Jürg und Daniela Rothenbühler und Tochter Lisa im Nebenerwerb betrieben wird. Lisa Rothenbühler ist gelernte Floristin und Landwirtin und lässt sich nun noch zur Meisterlandwirtin ausbilden. Sie führte die illustre Gästeschar durch den Betrieb und hielt gleich zu Beginn fest: «Biodiversität und Nachhaltigkeit bei der Bewirtschaftung sowie die Qualität unserer Produkte sind uns sehr wichtig. Mit den robusten Gallowayrindern können wir diese Grundwerte am besten sicherstellen.» Zudem seien der Familie die schwarzen Tiere mit breitem, weissem Brustring und den kurzen Beinen besonders ans Herz gewachsen, ergänzte sie.

Extensive Bewirtschaftung

Die südkoreanischen Gäste konnten erfahren, dass mit rund elf Hektaren Graslandfläche neun Mutterkühe, ein Stier sowie 20 Rinder und Kälber mit genügend eigenem Gras, Heu, Emd und etwas Silage gefüttert werden können. Die Tiere seien ganztags draussen und nur bei grosser Hitze oder Kälte im Stall. «Diese extensive Bewirtschaftungsform gibt vergleichsweise wenig zu tun, ist kostengünstig und umweltfreundlich», betonte die junge, leidenschaftliche Landwirtin. Sie ergänzte, dass das Fleisch in Paketen zu fünf Kilo ab Hof vermarktet werde. Gastrobetriebe würden Tierhälften kaufen. Gelegentlich könne ein Rind auch zur Zucht weiterverkauft werden.

Die Gäste staunten

Yoon Tae Hwan, Forscher im Bereich Obst und Gemüse, zeigte sich beeindruckt vom Gesehenen und Gehörten. «Südkorea hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg volkswirtschaftlich enorm entwickelt. In der Landwirtschaft sind wir aber stecken geblieben, besonders in ökologischer Hinsicht», erklärte er den Grund der Studienreise. Er ergänzte, dass einzelne Landwirte, aber auch vermehrt die Bevölkerung und die Regierung, mehr Anstrengungen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Produktion der Lebensmittel forderten. Besonders interessiert zeigten sich die praktizierenden Landwirte. Traktor, Ladewagen, Kran auf der Heubühne und die Heubelüftung wurden eifrig fotografiert. Hier sei alles so sauber und angenehm, wurde festgestellt. Yoon Tae Hwan, Grossbauer und Gemeinderat, setzte bisher auf Massentierhaltung. Er will nun sein Betriebskonzept anpassen und meinte zum Schluss: «Rinder und Menschen unter einem Dach, einfach unglaublich.» Bei ihm seien die Geruchsimmissionen der Tiere derart hoch, dass das undenkbar sei.

08.08.2019 :: Walter Marti
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