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Sein Ziel ist ein Start am Ironman in Hawaii
Sein Ziel ist ein Start am Ironman in Hawaii Triathlon:

Patrick Wyss will an den Ironman Hawaii. Dabei beschäftigt er sich erst seit sechs Jahren mit Triathlon. Nebst seinem Job hat er alles auf das grosse Ziel ausgerichtet.

«Meine Freundin und ich machten 2013 Ferien auf Hawaii», erzählt der Niederhüniger Patrick Wyss. «Weil alle Nationalparks geschlossen waren, gingen wir schliesslich das Ironman-Rennen schauen. Die Leistung, welche die Athleten aus ihren Körpern herausholten, hat mich fasziniert. Damals habe ich erstmals daran gedacht, selber mal an einem Triathlon zu starten.» Unsportlich war Patrick Wyss (34) nie. Schon als Kind habe er stets in Bewegung sein müssen: Inlineskaten, Unihockey, Eishockey. Daher sei er auch schon immer gelaufen und das Velofahren war auch nichts Neues. Nur mit dem Schwimmen habe er sich anfreunden müssen. «Bei meinen ersten Rennen im offenen Wasser habe ich nach 1000 Metern gedacht: ‹Was mache ich hier eigentlich?› Das dauert ewig lang.» Mittlerweile habe er sich ans Wasser gewöhnt. «Irgendwann mal hatte ich meinen ersten Kilometer geschafft und habe mir gesagt, dass ich die restlichen 900 Meter – also die Schwimmstrecke eines halben Ironmans – auch noch hinter mich bringen werde.»

Kleine Änderungen, grosse Wirkung 

So dauerte es nicht lange, bis sich Patrick Wyss in Absprache mit einem Kollegen, der über Triathlonerfahrung verfügt, zum ersten Ironman 70.3 anmeldete. «Ich musste das einfach versuchen, sonst hätte ich nie herausgefunden, ob ich es wirklich schaffen würde», erinnert sich der Niederhüniger. So stand er dann am Start; ohne Coach und ohne viel Vorwissen. Geschafft hat Wyss die halbe Distanz in 5,31 Stunden. «Dann hat es mich gepackt, weil ich gesehen habe, dass ich mit kleinen Veränderungen viel mehr aus mich herausholen könnte.» 

Es dauerte nicht lange, bis sich Wyss an einen ganzen Ironman wagte: 3,86 Kilometer Schwimmen; 180,2 Kilometer Radfahren und ein Marathonlauf (42,195 Kilometer). Nach 10,24 Stunden stand er im Ziel. «Aber ich wollte noch mehr: die WM-Qualifikation für die Halbdistanz und jetzt eben die Qualifikation für Hawaii.»

Neben seinem 100-Prozent-Pensum als Kranführer trainiert der 34-Jährige zwischen zwölf bis 18 Stunden pro Woche. Das erfordert eine disziplinierte Lebensweise und viel Planung. Er sei dankbar, habe er ein so tolles Umfeld. Familie und Freundin würden ihn unterstützen, wo es nur gehe. «Während der wichtigen Vorbereitungsphase, kurz vor einem Wettkampf, kocht und putzt meine Freundin und hält mir so den Rücken frei, damit ich mich nur auf den Sport konzentrieren kann. Das ist nicht selbstverständlich und ich schätze das sehr.» Damit er doch auch noch Zeit mit seiner Freundin und seiner Familie verbringen kann, würde sie ihn manchmal auf dem Stromer begleiten, wenn er aufs Velo gehe. «Ich versuche auch, an Familienfesten teilzunehmen. Ich mache dann zum Beispiel den Hinweg mit dem Velo», erklärt er. 

Ein Platz in den ersten fünf Rängen

«Mein Ziel ist klar: Ich will nach -Hawaii und dafür möchte ich mich am 6. Oktober in Barcelona qualifizieren», sagt Patrick Wyss. Konkret heisst das, dass er sich beim Wettkampf in Spanien in seiner Alterskategorie, den 30- bis 34-Jährigen, in den ersten fünf Rängen platzieren muss. Erfahrungsgemäss ist dafür eine Zeit von 9,10 Stunden erforderlich. Im vergangenen Jahr brauchte er in diesem Wettkamp gut eine halbe Stunde länger. 

Um das grosse Ziel zu erreichen, hat er sein Leben anpasst: «Ich habe meine Ernährung umgestellt, nebst dem Triathlon betreibe ich auch Krafttraining, gehe nach Zürich in die Trainingdiagnostics, damit ich alle Werte habe. Zusätzlich setze ich neu auf Nüchterntraining, das heisst, ich starte morgens um 4.45 Uhr, esse am Vorabend keine Kohlenhydrate, damit der Fettstoffwechsel trainiert wird. Die Regeneration ist extrem wichtig, daher gehe ich regelmässig in die Physio und achte sehr darauf, genügend Schlaf zu bekommen.» Insbesondere die acht Stunden Nachtruhe seien eine grosse Herausforderung nebst der Arbeit, dem Training und der Nahrungsaufnahme. «Wenn es in Barcelona nicht klappt, versuche ich es eben weiter. Es wäre ja schade, wenn ich aufgeben würde, jetzt, da mein Körper so gut im Saft ist.» 

Hoffen auf das perfekte Rennen 

Bei einem Triathlon könne vieles passieren. Nebst dem Körper müsse auch der Kopf sowie das Material funktionieren. «Es braucht wirklich sehr viel, um ein perfektes Rennen zu absolvieren.» Auf dieses perfekte Rennen hofft natürlich auch der Emmentaler Triathlet. «Klar, hat während des Wettkampfs jeder mal eine Krise. Ich denke dann an die harten Trainings, die ich schon geschafft habe. Und ich sage mir, dass die Krise auch mal vorbei sein wird. So ist es auch: Die Tiefs hören auf und man schafft es schlussendlich mit einer besseren Zeit ins Ziel – das ist unglaublich und macht die Faszination Triathlon aus!»

03.10.2019 :: Olivia Portmann
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