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Rezäpt für ds Ässe u für Medizin

Gömer einische es Huus wytersch – oder besser es Choch-buech wyter. I ha no zwöi Büecher, wo um ds Jahr 1830 sy gschribe worde. Ds einte isch ds «nöie Bärner Chochbuech» vo 1835 vo dr Frou Lisette Rytz-Dick. Ufem Titu chame läse, für was das Buech isch «Anleitung die im gewöhnlichen Leben sowohl als bei Fest-Anlässen üblichen Speisen auf die schmackhafteste Art zuzubereiten». Es isch auso nid nume es Buech für bsungeri Chochereie, wie das vo 1749, nei es söu e Aaleitig sy, wie me a normale u a feschtleche Tage tüeg choche. Die Lisette Rytz-Dick ist 1771 aus Tocher vom Pfarrer vo Spiez uf d Wäut cho. Er isch aber o mehreri Jahr aus Huslehrer u Botaniker aagsteut gsy, u zwar vo niemer angerem aus em Universauglehrte Aubrächt vo Haller. D -Lysette isch auso nid grad imene normale Hushaut ufgwachse. 

I ha no es zwöits Buech, u das isch no viu intressanter: Es isch es handgschribnigs Buech, wo so öppe um 1830 ume isch verfasst worde. Da hets aber nid nume Chochrezäpt drin, nämlech o auergattigs angersch. So isch es Zeddeli drin miteme Rezäpt für schwarzi Schuewichsi. Die wäre hüt soumässig tüür, wüu i afe zersch sächs Loth schwarzes Eufebei müssti beschaffe. Es ganzes Kapitu heisst «d Land-Apiteg». Es faht aa mit de Gwicht: 1 Pfung sy 12 Unze gsy, 1 Unze sy 2 Loth, ds Loth het 4 Quentchen gha. Dene Quentchen chönnme o Drachme säge u d Quertchen tüeg me no ungerteile, wi so es Quentchen us 3 Scrupel bestöng u e Scrupel o no einisch 20 Gran sige – da hei mirs mit de hütige Gramm u Kilo doch eifacher! 

I ha no lang nid aus aagluegt u düregläse, aber viu vo dene «medizinische» Rezäpt sy meh oder weniger das, wome hüt würd aus Abergloube aaluege.

Aber chöme mir afe einisch zum Wichtigschte, zum Ässe u Treiche. Das Buech vo der Frou Rytz isch nach Kapitu ufteilt.
Zersch chömme d Suppe, nachhär ds Gmües, ds Fleisch (Chaub, Rind, Gflügu, Fisch, Schwinigs u Wiud), Paschtete, Eierschpyse, Nudle, Chäsgricht u de geits zu de Dessär. Guet d Heufti vom Buech sy Dessär. O dä oder die wo ds Buech het gschribe, isch scharf uf süessi Sache gsy. O dert fingeni e hüfe Dessärt- u Chuecherezäpt. Dr Ungerschiid zum Buech vo 1749 isch scho dä, da me hie o viu Rezäpt für Gmües het.

13.09.2018 :: Hans Minder, Lokalhistoriker
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