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Peter Jakob über hohe Spielerlöhne, enge Budgets und seine Vision
Peter Jakob über hohe Spielerlöhne, enge Budgets und seine Vision Langnau: Die Führung der SCL Tigers AG rüstet sich für die kommenden Jahre. Verwaltungsratspräsident Peter Jakob will den Klub wirtschaftlich weiter stabilisieren.  
Peter Jakob, Sie leiten den Verwaltungsrat der SCL Tigers AG seit 2009 und haben mitgeholfen den Klub wieder in die NLA zu bringen – der perfekte Zeitpunkt für den Rücktritt.
Ich bin in der Tat nicht davon ausgegangen, dass ich diese Funktion so lange ausüben werde. Aber für mich ist dieses Projekt noch nicht fertig – und auch nicht für die anderen Mitglieder des Verwaltungsrates.

Man hört immer wieder, dass die einzelnen Verwaltungsratsmitglieder unterschiedliche Ansichten hätten.   
Wir sind ein eingespieltes Team, was nicht heisst, dass wir in allen Fragen einig sind. Wir können aber gegenteilige Meinungen gut respektieren.  

Als erstes gilt es das Team für die kommende Saison zusammenzustellen. Wie viel davon ist schon klar?  
Rund drei Viertel des jetzigen Kaders wird dem Team erhalten bleiben, weil die Verträge auch für die NLA gelten. Ich möchte mich aber nicht zu konkreten Namen äussern.

Sportchef Jörg Reber dürfte derzeit alle Hände voll zu tun haben.
Jörg Reber wird momentan überhäuft mit Angeboten von Spielern und Trainern – offenbar wollen alle nach Langnau.

Haben Sie ihm einen exakten Kostenrahmen angegeben?
Wir haben in den vergangenen Monaten zwei Budgets geführt, eines für die NLA und eines für die NLB. Wir wissen, wie viel die Mannschaft kosten darf.
Generell verdienen NLA-Spieler viel mehr als jene in der NLB.
Ja, und unsere Mittel sind beschränkt. Man muss aber auch bedenken, dass viele Spieleragenten pokern. «Das ist eine Frechheit», hat ein Agent erklärt, nachdem er gehört hat, was die SCL Tigers für seinen Schützling zu zahlen bereit sind. Einige Wochen später hat derselbe Agent nachgefragt, ob das Angebot noch stehe!  

Sie haben wiederholt die hohen Löhne der Ausländer kritisiert.
Man muss wissen, dass wir in manchen Saisons – nicht in dieser – einen Drittel der Lohnsumme alleine für die Ausländer ausgegeben haben und nicht immer mit deren Leistung zufrieden waren. Besonders teuer sind ausländische Spieler, welche bereits in der Schweiz gespielt haben. Mit DiDomenico haben wir bewiesen, dass auch Spieler aus günstigeren Ligen gut spielen können. Ein anderer Punkt sind die Verträge mit Trainern. Es ist nun mal so, dass es zu vielen Trainerentlassungen kommt – da besteht ein grosser Unterschied zu einem «normalen» Unternehmen im Emmental. Daher bin ich dafür, mit den Trainern möglichst nur Einjahresverträge abzuschliessen. Wir können es uns schlicht nicht leisten, entlassenen Trainern noch während Jahren eine Abfindung zu zahlen.

In der Saison 2013/14 hat die SCL Tigers AG einen Umsatz von 7,4 Millionen Franken erwirtschaftet. Wie hoch wird dieser in der NLA sein?
Konkrete Zahlen will ich keine nennen. Wir können aber mit wesentlich höheren Fernsehgeldern rechnen und auch bei den Tickets, welche wir in der NLB zu günstigeren Preisen angeboten haben, rechnen wir mit Mehreinnahmen. Dank der grösseren Medienpräsenz hoffen wir schliesslich auch im Sponsoring Fortschritte machen zu können.   
Peter Müller, der als Geschäftsführer amtet, durchleuchtet die Organisation nach Verbesserungspotenzial. Was sind die Massnahmen?
Man muss sehen, dass wir mit den Spielern und den Teilzeitangestellten ein Unternehmen mit umgerechnet 50 bis 60 Vollzeitstellen haben – die SCL Tigers gehören zu den grösseren Arbeitgebern im Raum Langnau. Wir werden die Geschäftsstelle nicht abspecken, aber effizienter organisieren, so dass wir mehr Zeit haben, um unsere Kunden zu pflegen.  

Die abgelaufene Saison war sportlich sehr erfolgreich und mit durchschnittlich 5210 Zuschauern sicher auch wirtschaftlich.
Wir sind zufrieden. Die Zuschauer sind toll und beim Catering haben wir grosse Fortschritte gemacht. Insgesamt rechnen wir mit einem Gewinn.
Die Cateringcrew hat hart gearbeitet. Mehrmals fanden an Tagen nach einem Spiel bereits am Mittag eine Veranstaltung im Tigersaal statt – da brannte nachts oft Licht.

Wie wollen Sie dieses Unternehmen weiter voranbringen?
Zunächst möchte ich betonen, dass wir ein gesundes Sportunternehmen haben. Der Erfolg des Unternehmens darf aber nicht so stark abhängig vom Erfolg oder Misserfolg der ersten Mannschaft sein.

Wie wollen Sie dies erreichen?
Wir möchten das Projekt «zweites Eisfeld» weiter vorantreiben. Ein Sportzentrum mit dem Schwerpunkt Eis hat grosses Potenzial und brächte für die Young Tigers grosse Vorteile.  

Die Idee ist nicht neu.
Es ist klar, dass nicht in drei Monaten Baustart ist. Das kann Jahre dauern. Ich bin überzeugt, dass die SCL
Tigers AG auch dies schaffen wird.
16.04.2015 :: Bruno Zürcher
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