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Musik voller Elan und Schönheit
Langnau:

 Am fünften Langnauer Kammermusikabend beglückte das Ensemble Pyramide das Publikum mit französischem Klangzauber und Werken der Wiener Klassik. 

Kein Komponist hat je ein Werk für Flöte, Oboe, Violine, Viola, Violoncello und Harfe geschrieben. Trotzdem konzertiert das Ensemble Pyramide aus Zürich in dieser Besetzung. Zum einen treten sie in kleineren Formationen auf. Zum anderen führen sie Werke auf, die der Kopf der Gruppe, der Flötist Markus Brönnimann, für das sechsköpfige Ensemble arrangiert. 

Haydns Notturno Nr. 1 C-Dur machte den Anfang. Ein bezauberndes Werk, komponiert für Ferdinand I von Neapel, der die «Lira Organizatta», eine Mischung aus Drehleier und Orgel, spielte. Haydns Freiluftmusik gefiel auch ohne Originalinstrumente. Nicht nur die Bläser, sondern auch die Streicher erzeugten eine Art Windkraft, indem sie sorgfältig phrasierten, die Noten abkürzten und die dazwischen liegenden Pausen wirken liessen. Auf diese Weise entstand eine Musik voller Schwung und Leichtigkeit.

Tanz im Sechsachteltakt

Hatte die Harfe bei Haydn noch warten müssen, kam sie im «Concert à cinq» von Joseph Jongen zum Einsatz. Mit der Flöte im Dialog und begleitet von den drei Streichinstrumenten, verbreitete das in der Kammermusik äusserst seltene Instrument seinen übersinnlichen Klang. Pure Schönheit versprach auch das Oboenquartett F-Dur von Mozart, dessen Wiedergabe das Publikum nicht enttäuschte, sondern entzückte. 

Maurice Ravels «Le tambeau de Couperin» bildete den Schluss des Konzerts. Herzstück der Suite ist die Forlane, ein wundervoll poetischer Tanz im Sechsachteltakt, den Ravel aus einem Flötenkonzert von Couperin entlehnte. Das Publikum staunte, wie farbig die fünf Hoftänze, vorgetragen auf «nur» sechs Instrumenten, erklangen. 

Geheime Perle

In Markus Brönnimann, Flöte, und Barbara Tillmann, Oboe, stehen dem Ensemble zwei Holzbläser der Spitzenklasse vor, die mit ihrem Spiel immer wieder für Bewunderung sorgten. Die Oboe glänzte vor allem auch bei Mozart, der geheimen Perle des Programms. Die Cellistin Anita Jehli, auch sie eine Ausnahmemusikerin, trieb ihre Kollegen voran und setzte virtuose Glanzpunkte. Die Geigerin Ulrike Jacoby und die Bratschistin Muriel Schweizer sorgten ihrerseits für viel Zustimmung, und die Harfenistin Marie Trottmann zog manch bewundernden Blick auf sich. Mit dem Auftritt des Ensembles Pyramide endeten die Langnauer Kammermusikabende fulminant. Wer sich grämt, das Konzert verpasst zu haben, kann sich auf die 74. Saison freuen, die am 24. Oktober 2019 -beginnt. 

16.05.2019 :: bhl.
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