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Mit Leuten reden, die einen verstehen
Mit Leuten reden, die einen verstehen Langnau:

Mit einem Info-Stand machte das Beratungszentrum Selbsthilfe BE auf die Möglichkeit von Selbsthilfegruppen aufmerksam. Die Stelle in Burgdorf gibt es seit zehn Jahren.

Vor der Bahnhofapotheke hat Silvia Kiener vom Beratungszentrum Selbsthilfe BE in Burgdorf ihr Informationsmaterial auf einem Tisch ausgebreitet. «Reden hilft!» und «Kanton Bern: Über 250 Selbsthilfegruppen» steht auf Plakaten zu lesen. Die Leute schauen, aber fahren oder gehen ohne anzuhalten weiter. «Sie nehmen die Botschaft auf, auch wenn sie kein explizites Interesse zeigen», ist die Sozialpädagogin dennoch überzeugt.

Autonome Gruppen

Der Verein Selbsthilfe BE mit Beratungszentren in Burgdorf, Thun, Biel und Bern informiert und berät im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion rund um das Thema Selbsthilfegruppen. Es geht dabei um das Zusammentreffen mit Gleichbetroffenen: Seien es Menschen in einer schwierigen Lebenssituation, mit Erkrankungen, Beeinträchtigungen, Beziehungsproblemen oder Suchtkrankheiten. Anders als in Institutionen wie der Krebsliga, der Alzheimervereinigung oder den Anonymen Alkoholikern würden Selbsthilfegruppen nicht unter die Leitung eines Coaches ge-stellt, erklärt Silvia Kiener. Die Gruppen seien autonom. Das Beratungszentrum helfe bei der Gründung, vermittle Gleichbetroffene und biete der Kontaktperson einen Leitfaden zur Gestaltung der Zusammenkünfte an. «In Burgdorf stehen Räume zur Verfügung, andernorts müssen diese selber organisiert werden, wenn man sich nicht im öffentlichen Raum versammeln will», führt die Sozialpädagogin weiter aus. Das Beratungszentrum in Burgdorf besteht seit zehn Jahren. 

Nicht allein mit seinen Sorgen

Es gibt im Kanton Bern über 250 Selbsthilfegruppen, von ADHS bis Zöliakie. Und es kommen laufend neue hinzu. Eine Gruppe gründen kann jeder, der vier bis fünf Gleichgesinnte um sich schart. «Unsere Gesellschaft besteht heute vielfach aus Einzelpersonen und nicht mehr, wie früher, aus Grossfamilien», sagt Silvia Kiener. Die Vorteile des selbstbestimmten Lebens und der Unabhängigkeit seien die eine Seite, die andere aber könne Einsamkeit bedeuten. Hier biete die Selbsthilfegruppe Unterstützung an, man könne sich austauschen, von der Erfahrung anderer profitieren und mit Leuten reden, die einen verstehen. Zu reden, das Gefühl, nicht allein zu sein mit seinen Sorgen, sei von nicht zu unterschätzender Bedeutung, sagt die Fachfrau.

22.08.2019 :: Gertrud Lehmann
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