Anmelden
Mit dem E-Bike in 19 Etappen bis ans Nordkap
Mit dem E-Bike in 19 Etappen bis ans Nordkap Oberburg:

Josef Jenni erfüllte sich einen Jugendtraum und fuhr per E-Bike ans Nordkap. Seine Reise führte ihn durch intakte, menschenleere Natur und er traf hilfsbereite Menschen an.

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, lautet ein altbekanntes Sprichwort. Das trifft auch auf Josef Jenni zu, Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG und Solarpionier aus Oberburg. Seit Jahren habe er jeweils im Sommer eine Velotour gemacht, zum Beispiel entlang des Rheins, der Donau oder ans Mittelmeer. Aus geschäftlichen Gründen habe er aber nie eine Auszeit von mehreren Wochen nehmen können, obschon er schon seit langer Zeit von einer Fahrt ans Nordkap geträumt habe, führt er aus. «Geh doch endlich und rede nicht nur davon», habe ihn seine Gattin Karin Jenni ermutigt.

Täglich über 200 Kilometer

Die Fahrer der Tour de France absolvieren dieses Jahr in drei Wochen 3480 Kilometer, Josef Jenni in 19 Etappen 4436 Kilometer, allerdings mit dem E-Bike. «Ich fuhr pro Tag durchschnittlich gut 230 Kilometer. Bei der längsten Etappe von 286 Kilometern war ich über zehn Stunden im Sattel», erzählt er nicht ohne Stolz. Er betont, dass das Fahren stets seine volle Aufmerksamkeit erfordert habe, vor allem wegen der beachtlichen Last auf dem Gepäckträger und der Konzentration auf eine regelmässige Tretleistung. Dies war wichtig, damit sich der Akku nicht zu rasch entleerte. Er habe in den Tag hineingelebt, gegen Abend in erster Priorität einen Ort zum Aufladen der Batterie gesucht und sich erst danach um Unterkunft und Verpflegung gekümmert, erzählt Jenni. Diese Auszeit – weg vom Betrieb, dem Computer und dem Telefon – habe ihm sowohl körperlich wie auch psychisch gutgetan, stellt er zufrieden fest.

Überraschende Begegnungen

Die vielen Begegnungen mit netten, hilfsbereiten Menschen haben bei Josef Jenni einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Anfragen für einen Strombezug seien durchwegs positiv beantwortet worden. Junge Leute, die mit lauter Musik den Midsummer feierten, hätten ihn spontan eingeladen. «Und einmal konnte ich zum Beispiel bei jemandem in einem Schuppen zwischen alten Autos und Traktoren übernachten.» Besonders beeindruckt haben Josef Jenni auch Studierende und Lehrkräfte der Abteilung Energietechnik an der Hochschule der Provinz Dalarna in Borlänge. Dort hielt er – trotz Sommerferien – in Anwesenheit des schwedischen Fernsehens und des lokalen Radios einen gut besuchten Vortrag über die Solartechnik der Firma Jenni.

Fantastische, gefährdete Umwelt

Josef Jenni setzt sich seit Jahrzehnten erfolgreich für erneuerbare Energien ein. Dafür wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Besonders in Erinnerung bleiben würden ihm die intakte Natur und die fast menschleeren Gegenden im Norden Europas. Ganz anders dann das Nordkap: «Dort hatte es Nebel und Nieselregen und ins Auge stachen lediglich die etwa 100 Reisecars und vielen Touristen», berichtet er. Auf seiner Tour habe er viel Zeit zum Nachdenken gehabt, besonders auch während der Rückreise per Schiff und Zug. Die vielen freundlichen Menschen und die fantastische Landschaft hätten ihn freudig überrascht. Dies stehe im Gegensatz zu den vielen Kriegen dieser Welt und den Menschen, die die Umwelt sukzessive zerstörten. Das könne er nicht einfach hinnehmen. «Ich werde mich deshalb auch in Zukunft vehement für erneuerbare Energien und die Umwelt einsetzen, auch politisch», zieht Josef Jenni Bilanz der gewonnenen Erkenntnisse auf seiner Radtour in den hohen Norden.

25.07.2019 :: Walter Marti
Meistgelesene Artikel
Neben ein paar vehementen Leserbriefen auf meine Texte erhielt ich auch Telefonate, briefliche...
Da gibts nichts zu blöken
Schüpbach: An der Sie- und Er-Ausstellung präsentierten Schafzüchter ihre Tiere für -einmal...
Funiciellos Motivation und Visionen
Langnau: Tamara Funiciello war zu Gast am traditionellen Fondueabend der SP Region Langnau. Die frisch...
Verena und Johann Hofer können  die Gnadenhochzeit feiern
Arni: «Es hatte viele schöne Männer in der Trachtengruppe – ich habe mich für...
Drei junge Damen, eine Leidenschaft: Unihockey, vom Förderkader an die WM
Unihockey: Eins haben die drei jungen Frauen gemeinsam: die grosse Leidenschaft fürs Unihockey. Sonst...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr