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«Mein Auftrag ist noch nicht erfüllt»
«Mein Auftrag ist noch nicht erfüllt» SCL Tigers:

Auch über die Festtage ist Marco Bayer ständig auf Trab. Der Sportchef erklärt seinen Arbeitsalltag und kann sich vorstellen, wieder als Trainer zu arbeiten.

Während die Spieler der SCL Tigers über Weihnachten vier Tage frei hatten und erst morgen Samstag wieder zum Training erwartet werden, war die Weihnachtspause für Sportchef Marco Bayer wesentlich kürzer. «Am 24. und 25. Dezember konnte auch ich Zeit mit meinen Liebsten verbringen und das Hockey ein bisschen zur Seite legen. Doch dann ging die Arbeit schon wieder weiter», sagt er. Das bedeutet: Den Spengler Cup in Davos, die U20-WM in Tschechien und diverse NHL- und AHL-Partien im TV verfolgen, sowie ein U18-Fünfländerturnier in Zuchwil und das eine oder andere Spiel in der Swiss League besuchen. «Als Sportchef ist es mein Job, ständig ‹à jour› zu sein. Immer auch mit dem Hintergedanken, nach Spielern Ausschau zu halten, die für uns interessant sein könnten.»

So wie zuletzt bei der Verpflichtung von Eero Elo. Mit der Rückkehr des Finnen (siehe linke Spalte) haben die Tigers bis Saisonende sechs Ausländer unter Vertrag, nur vier dürfen spielen. Das bedeutet für Trainer Ehlers zwar eine grössere Auswahl, aber auch, dass immer zwei Spieler unzufrieden sind, weil sie zuschauen müssen. «Jetzt ist es die Aufgabe des Coaches, das auf die Reihe zu kriegen», so der Sportchef. Gemäss ihm sei nicht geplant, jemanden aus dem Sextett an einen anderen Klub auszuleihen.

Note 4,8 vom Sportchef für das Team

Das Jahresende ist auch immer die Zeit, um zurückzuschauen. Welche Note würde Marco Bayer seiner Mannschaft für das Kalenderjahr 2019 geben? Er überlegt und sagt: «Im Schnitt eine 4,8. Für die Playoff-Qualifikation und das Erreichen des siebten Spiels im Viertelfinal ist es mehr als eine 5. Auch in der bisherigen Saison über einer 4. Wir sind gut unterwegs, aber wir haben noch Reserven.» Den schwierigsten Moment des Jahres kann er nicht benennen. «Es gab gar keinen», sagt er. «Dort, wo wir momentan sind, gehören wir auch in etwa hin. Weiter oben wäre ein absoluter Witz. Deshalb gibt es für mich überhaupt nichts Negatives.»

Der 47-Jährige ist seit anderthalb Jahren Sportchef in Langnau, sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Macht er weiter? Oder könnte er sich auch vorstellen – wie schon davor – als Trainer zu arbeiten? «Mein Auftrag hier ist noch nicht erfüllt, deshalb ist es mein Ziel, noch einmal ein Jahr als Sportchef weiterzumachen», sagt er. «Danach muss ich schauen, in welche Richtung ich gehen will. Der Job als Trainer ist immer noch eine Option. Wenn ich heute aufs Eis gehe, brennt das Feuer immer noch in mir. Man kann deshalb nicht sagen, dass ich bis 65 Sportchef bleiben werde.»

Feierabend ist ein Fremdwort

Vermutlich würde er diesen Dauerstress auch gar nicht so lange durchstehen. Denn seine Freizeit ist äusserst rar. Ein klassischer Arbeitstag? «Der beginnt relativ früh am Morgen», erklärt der Zürcher. «Ich erledige administrative Sachen im Büro, dann folgen Gespräche mit dem Coaching-Staff. Ich bin auch täglich beim Training dabei, spreche mit den Spielern. Danach gehe ich wieder ins Büro und schaue mir zum Beispiel Highlights aus anderen Ligen an.» Feierabend ist dabei ein Fremdwort. «Wegen der Zeitverschiebung melden sich die Agenten aus Nordamerika erst am Abend. Dieses Amt ist ein ‹24/7-Job›. Auch am Sonntag – während der Saison gibt es keine freien Tage», so Bayer.

Beklagen will er sich darüber nicht, zu gerne macht er seinen Job. Und wenn er einen sportlichen Wunsch fürs neue Jahr frei hätte? «Dann möchte ich gerne wiederholen, was wir letzte Saison geschafft haben. Um noch einmal zu zeigen, dass man auch als Mannschaft mit weniger Geld bestehen und die Playoffs erreichen kann.»

27.12.2019 :: Christoph Schär
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