Anmelden
Mehr Platz für die Gewässer
Sumiswald:

Aufgrund der neuen Gewässerschutzgesetzgebung müssen entlang von Gewässern Korridore ausgeschieden werden. Das bringt für betroffene Grundeigentümer Einschnitte.

Seit der letzten Ortsplanungs-Revision in der Gemeinde Sumiswald habe sich sowohl auf Bundes- wie auch auf Kantonsebene viel getan, wie Gemeindepräsident Fritz Kohler einleitend erklärte. Die neue Gewässerschutzgesetzgebung mache auf kommunaler Ebene eine Anpassung der Nutzungsplanung notwendig. Bei allen Gewässern müssten sogenannte Gewässerräume ausgeschieden werden. Diese Korridore entlang sämtlicher Fliessgewässer bedeuten Einschnitte für alle Grundeigentümer, deren Boden entlang eines Gewässers liegt, dabei spielt es keine Rolle ob der Anstösser dieses landwirtschaftlich oder privat nutzt. 

Interesse und Ängste

Das Interesse, respektive die Ängste der Betroffenen zeigte sich am grossen Publikumsaufmarsch. Trotz der gleichzeitig stattfindenden Schlussfeier der Schulen fanden sich rund 60 Personen im Saal des Kirchgemeindehauses zu einem Orientierungsabend ein. 

Der mit der Ortsplanungsrevision beauftrage Thomas Frei von der Georegio AG erklärte, dass er die Gemeinde Sumiswald durch die Planung begleite, damit die seit zwei Jahren geltenden nationalen wie auch kantonalen Bedingungen umgesetzt werden können. Dabei sei der Gewässerraum zwar bloss ein kleines, jedoch wichtiges Teilgebiet. 

Die Gewässerräume bilden Korridore, welche grundeigentümerverbindlich im Zonenplan festgelegt werden. Sowohl eine Bebauung wie auch eine Nutzung des angrenzenden Landes werden ziemlich stark einschränkt. Ist ein Gewässer kleiner als ein Meter, muss dafür ein Gewässerraum von elf Metern ausgeschieden werden. Ist das Gewässer beispielsweise grösser als fünf Meter, wird der Gewässerraum eine Breite von 30 Metern umfassen. Ausnahmen würde es in dicht bebautem Gebiet, wie etwa im Dorf Wasen, geben, erklärte Thomas Frei. Bei den bereits bestehenden Häusern am Bach gelte das dichtbebaute Gebiet als übergeordnetes Recht, welche es auch bei künftigen Baugesuchen zu berücksichtigen gelte.

Ufererosionen in Kauf nehmen

Sorgen machen sich die Landwirte, da die Bewirtschaftungs-Einschränkungen beträchtlich sind und den Gewässern der natürliche Freiraum wiedergegeben werden soll. Dies bedeutet weniger oder keine Bachverbauungen mehr. Laut neuen Gesetzen werde eine Ufererosion in Kauf genommen.

So meldete sich ein besorgter Landwirt mit der Frage: «Wer entschädigt mich, wenn mein Land in Holland ankommt?» Leider konnte ihm auf seine Frage niemand eine befriedigende Antwort geben. Auch die zwangsläufige Verkleinerung der Fruchtfolgeflächen gab Anlass zu Diskussionen. Im Weiteren sorgten Gewerbekanäle oder ein neu erstellter Entlastungskanal, welche momentan ebenfalls als Gewässer eingestuft wurde, für Gesprächsstoff.

 

Am 13. August wird es in der Aula Wasen eine Informations-Veranstaltung für die gesamte Ortsplanungsrevision geben.

11.07.2019 :: ues.
Meistgelesene Artikel
«Ihr Deutschen esst gern Schwämme, gäu?», stellte neulich eine Bekannte...
Auszeit: Verzichten Sie auf Blutwürste und essen Ihr Steak nur durchgebraten? (Lev 19,26) Ziehen Sie in...
Endlich eine grosse, heimelige Sporthalle
Langnau: Strahlende Gesichter am Freitagabend in Langnau. Mit einer kleinen Feier wurde die...
«Es gibt kein einfaches Spiel – die NLA-Teams sind nahe beieinander»
SCL Tigers: Bei Biel gehörte der 34-jährige Robbie Earl zu den Topskorern. In Langnau hingegen gibt...
Flachdächer auf der Thomimatte:  passend oder zu wuchtig?
Rüderswil: Im Tannschachen in Zollbrück soll eine Wohnüberbauung realisiert werden. In der...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr