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Mehr als nur ein Scharfschütze
Mehr als nur ein Scharfschütze SCL Tigers:

Eero Elo hat einen Lauf, der Stürmer traf zuletzt in drei Partien nacheinander. Ob der Finne auch nächste Saison für Langnau spielen wird, ist derzeit aber noch unklar.

Als Eero Elo im Herbst 2016 aus der russischen KHL zu den SCL Tigers wechselte, sagte er: «Langnau schiesst zu wenig Tore und ich bin hier, um das zu ändern.» Damit hatte der Finne gleich selber angetönt, wo seine Qualitäten liegen. Im strukturierten System von Trainer Heinz Ehlers hat jeder Spieler seine ganz spezielle Rolle und jene von Elo ist eben die des «Vollstreckers». Der 28-Jährige verfügt nicht über die Spielübersicht eines Chris DiDomenico und nicht über die Dynamik eines Harri Pesonens. Dafür gibt es kaum einen anderen Spieler im Team, der – oft fast ansatzlos – derart präzis und scharf schiessen kann wie er. Trotzdem ist Elo nicht ganz einverstanden, wenn nur anhand der Torschützenliste über seine Leistungen geurteilt wird. Er nennt als Beispiel eine kaum beachtete Szene aus dem letzten Match gegen Davos (5:4 n.V.). «Beim 4:3 habe ich im Powerplay zwei Gegenspieler auf mich gezogen, dadurch konnte DiDomenico Pesonen anspielen, der das Tor machte.»

 

«Man verliert das Selbstvertrauen»

Ausländische Stürmer werden dennoch primär an ihren Skorerpunkten gemessen. Eine längere Durststrecke, wie letzte Saison, als Elo einmal zwölf Partien lang keinen einzigen Treffer erzielte, ruft bald einmal die Kritiker auf den Plan. Übermässig negative Kommentare gebe es deswegen auf der Strasse zwar nicht, wie die Nummer 84 der SCL Tigers festhält. «Die Leute spüren, dass wir eine gute Truppe sind, jeder für den anderen kämpft und wir in jedem Spiel zusammenhalten», sagt er. Und doch gibt der Skandinavier zu, dass sich der Druck erhöht, wenn er keine Tore schiesst. Für ihn eine reine Kopfsache. «Wenn man nicht trifft, verliert man das Selbstvertrauen und überlegt vor dem Tor zu viel. Hat man dagegen einen Lauf, geht alles viel einfacher, auch im Kopf.» Derzeit hat Eero Elo gerade so einen Lauf, in den letzten drei Spielen hat er immer getroffen. Eine kleine Serie, wie er sie zuvor im Tigers-Trikot noch nie erreicht hat. Obwohl er in seiner dritten Saison in Langnau zum dritten Mal zu den drei besten Torschützen des Teams gehört, ist derzeit unklar, ob er auch nächste Saison hier spielen wird. Mit DiDomenico, Pesonen und Robbie Earl (neu von Biel) stehen bereits drei Ausländer unter Vertrag und auch Sturmkollege Aaron Gagnon kämpft noch um einen Kontrakt. Sportchef Marco Bayer sagte vor kurzem, dass man derzeit plane, aus finanziellen Gründen nur mit vier ausländischen Spielern in die nächste Saison zu starten. Deshalb sagt Elo: «Ich weiss noch nicht wie es mit mir weitergehen wird.» Der Familienvater würde aber gerne im Emmental bleiben. «Hier ist ein guter Platz, um mit einer Familie zu leben. Wir fühlen uns sehr wohl hier, schon fast wie zuhause», sagt er. Zu viele Gedanken über die Zukunft will er derzeit jedoch nicht verschwenden. «Es kommen jetzt sehr wichtige Spiele auf uns zu, darauf fokussiere ich mich.» 

14.02.2019 :: Christoph Schär
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