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Mehr als eine Geschichte

«Wo ist nun schon wieder der Esel, auf dem Maria reitet?» Das frage ich mich gerade, während ich im Lukasevangelium lese. Und tatsächlich, die Weihnachtsgeschichte in der Bibel erwähnt keinen Esel. Es kann gut sein, dass einer dabei war, aber wir wissen es nicht. Und der Ochse im Stall? Auch von ihm wird nicht berichtet.

Auch bei den drei Königen wird es schwierig. Es ist von persischen Astrologen die Rede, die weit reisten, um Jesus zu finden. Wir kennen aber weder ihre Anzahl, noch ihre Hautfarbe und schon gar nicht ihre Namen.

Aber als sie dann da waren, gesellten sie sich zu den Hirten und schauten gemeinsam aufs Jesuskind? Auch davon ist nichts zu finden. Es ist wahrscheinlich, dass die Weisen erst einige Zeit später ankamen, denn wir lesen, dass sie Jesus und seine Eltern in einem Haus fanden.

Durch die Jahrhunderte hindurch wurde der biblische Geburtsbericht von Jesus mit Vermutungen und vielen Traditionen ergänzt. Gerade deshalb scheint es mir wichtig, dass man nicht vergisst, dass hinter all diesen Traditionen und liebgewordenen Erzählungen eine ganz reale Geschichte steckt.

Diese Geschichte erzählt uns die Bibel ungeschminkt. Da wird eine junge Frau unehelich schwanger. Ihr Verlobter ringt mit sich, wie er nun reagieren soll. Nicht lange nach der Geburt muss die Familie fliehen und lebt längere Zeit in Ägypten. Und im Kern dieser realistischen Erzählung steckt das Wunder von Weihnachten: Gott wird Mensch.

Nun beginnt die Adventszeit und damit für viele eine Zeit voller Termine und Verpflichtungen. Es ist aber auch die ideale Gelegenheit, die wahre, überraschende, lebensverändernde Geschichte hinter allen Weihnachtstraditionen zu entdecken. Gott wird wie wir, aus Liebe zu uns und mit dem Ziel, dass wir durch den Glauben zu seiner Familie gehören können. Für immer.

29.11.2018 :: David Jani, Pastor, FEG Sumiswald
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