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Lebensbejahung aus der Kraft von Ostern

Sie kennen wohl auch das Lied «Von guten Mächten wunderbar geborgen». Vielen ist zu wenig bewusst, wer es geschrieben hat und in welcher Situation. Dietrich Bonhoeffer, der mutige evangelische Theologe, verfasste es im Gefängnis, in das er von den Nazis geworfen worden war, weil er in seinen Predigten die Unmenschlichkeit und Gottlosigkeit der NS-Ideologie angeprangert hatte. Lange bevor er in die Todesmaschinerie der Na-zis geriet und dann hingerichtet wurde, hat er mit einer beispiellosen Hellsichtigkeit die Irrwege der damaligen Gesellschaft, die in den Tod führen, erkannt, aber auch all das, was dem Leben dient. Gewiss, die Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden und widergöttlichen NS-Ideologie, die er als Dienst am Tod sah, hat seinen Blick noch zusätzlich geschärft. Ich bin aber überzeugt, dass seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen heute noch topaktuell sind. Hier nun zwei seiner beherzigenswerten Gedanken: Das Wunder der Auferstehung Christi hebt die Vergötzung des Todes, wie sie unter uns herrscht, aus den Angeln. Der auferstandene Christus trägt die neue Menschheit in sich, das letzte herrliche Ja Gottes zum neuen Menschen. Das sind keine frömmlerischen, erbaulichen Betrachtungen, sondern starke Worte des Glaubens und der Hoffnung, die Bonhoeffer mit seinem Leben bezahlt hat, weil die Diener des Todes solche Worte des Lebens nicht ertrugen. 

Bonhoeffer wurde in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs von den Nazis hingerichtet, das heisst, ermordet. Er sagte dem Wärter vor der Hinrichtung: «Das ist das Ende – für mich der Anfang.» Ein wahrhaft österliches Wort! Etwas von diesem Glaubensmut und dieser Lebensbejahung würde uns auch heute gut tun.


25.04.2019 :: Rudolf Vogel, röm.-kath. Pfarrer im Ruhestand, Schüpfheim
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