Anmelden
Leben auf dem Rummelplatz
Leben auf dem Rummelplatz Biglen:

Das Duo Comedia Zap trat in der Kulturfabrik Bigla mit Zuckerwattenbude auf und verzauberte das Publikum. Die beiden schlüpften innert Sekunden in verschiedene Rollen.

Cécile Steck und Didi Sommer, das Duo Comedia Zap, boten mit ihrem Programm einen kunterbunten Abend voller Sprachkunst, rasanter Kostümwechsel, Poesie und Melancholie. Die schüchterne Madame Odette erbt überraschend die Zuckerwattenbude ihrer verstorbenen Tante. Die Bude steht auf dem halbvergessenen Teil eines Jahrmarktes, der etwas Modernem weichen soll. Sie will diese Bude schnellstmöglich verkaufen und kommt an einem verregneten Abend auf dem Platz an. Da sich die Übergabe aber verzögert, begegnet sie in der Nacht und am kommenden Tag den verschiedenen Bewohnerinnen und Bewohnern des Rummelplatzes. 

Kostüme und Sprache wechseln

Ein anderes Oberteil, ein aufgeklebter Schnurrbart oder ein Hut, und schon ist Didi Sommer innert Sekunden der schwedische Betreiber der Geisterbahn, Gustav Gustavson. Und mit einer blonden Perücke verwandelt sich Cécile Steck in Natascha, die Assistentin der Wurfbude. Aber nicht nur durch die Kostümwechsel, auch mit der Sprache und dem Akzent begeistern die beiden das Publikum. Odettes charmanter, französischer Accent oder Gustavsons schwedisches Kauderwelsch sorgen dafür, dass die Personen beim Publikum ankommen. Eine Menge Leute werden parodiert, darunter auch der Arbeiter, die Kassierin beim Autoscooter oder der Ballonverkäufer.

Zu diesen Menschen gehörte auch Peng Li. Er trifft Odette, als diese alte Briefe und Bilder ihrer verstorbenen Tante Luzia betrachtet, von der sie die Zuckerwattenbude geerbt hat. Peng Li bezeichnet die Fotos als «Fremdies, nicht Selfies», von anderen gemacht eben. 

Mit Hilfe eines Projektors führen die beiden ein Schattenspiel auf. Mit Händen und wenigen Kartonrequisiten zeigen sie Luzias Schicksal auf. Sie wurde unehelich schwanger, wanderte nach Amerika aus, das Schiff sank und Luzia kam ums Leben. Mit einem Hasen, der das Schiff verpasst hat und nun über das Meer schwimmt, kehrt das Duo die Situation ins Tragikomische.

Zuckerwatte zum Schluss

Unglaublich, mit wie wenigen Requisiten die beiden Künstler die Geschichte gestalteten: ein paar Kisten voller Technik, ein Orakel, ein Spiegelkabinett und eben die Zuckerwattenbude. Letztere ist wohl Geschichte, denn am Schluss schwebte sie an einem Ballon davon.

Ganz zum Schluss gab es noch herrliche Zuckerwatte für das Publikum, zubereitet natürlich von Odette.

16.05.2019 :: Markus Wehner
Meistgelesene Artikel
Am letzten verlängerten Wochenende weihte der Jodlerklub Flühli die wunderschöne...
Ein Bauer auf seiner Suche nach der Liebe
Schüpbach: Martin Scheidegger ist Kandidat in der Sendung «Bauer, ledig, sucht…». Wird er...
Brandis Ladies mit Finnin
Eishockey, Frauen: Die Brandis Ladies, der amtierende SWHL-B-Meister, haben als erste Verstärkungsspielerin...
SCL Tigers: Das Rätsel ist gelöst: Als fünfter ausländischer Stürmer ist der...
Sie ist da – die Ferienzeit. Schulen ruhen wieder für eine Zeit! Menschen reisen in die...
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr