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Lars Zaugg ist aktiv und mit viel Schwung unterwegs
Lars Zaugg ist aktiv und mit viel Schwung unterwegs Schwingen:

Lars Zaugg aus Aeschau hat Grosses vor: Seit dem letzten Jahr schwingt er bei den Aktiven und möchte dort möglichst oft um den
Kranz schwingen.


 

Kurvig schlängelt sich die Strasse ab Aeschau hinauf Richtung Schönerlen. Anfang April liegt alles unter einer weissen Schneedecke, die schwerbeladenen Äste baumeln in den Weg. Hier braust er jeden Morgen in aller Frühe auf seinem Roller hinunter und nach Trainings spätabends wieder hinauf. Egal, ob die Sonne scheint oder ob es stürmt. Lars Zaugg: 16-jährig, 190 Zentimeter gross, 105 Kilogramm schwer, Metzger-Lehrling, Schwinger und Jungschütze. Im Moment beginnt sein Arbeitstag in der Heidbühl-Metzg in Eggiwil um 5.30 Uhr, im Winter jeweils eine Stunde früher. 

Der Beruf war keine Frage

Dass der blonde Jüngling Metzger werden will, war für ihn in der fünften Klasse klar. Eine Schnupperlehre sei nicht nötig gewesen, erzählt er. Schliesslich hatte er bereits in der 5. Klasse einen Wochenplatz in der Metzgerei. Andere Berufe? «Standen nie zur Diskussion.» Umso mehr erschrak die Familie, als er letzten Sommer plötzlich einen Infekt in der Hand erhielt, der nicht verheilen wollte. Und das erst noch kurz vor dem Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart. Vier Tage sei Lars im Spital gewesen, erzählt Mutter Erika Zaugg. Eine unkonventionelle Blutegel-Therapie half schliesslich. Ach, winkt Sohn Lars ab, das sei alles nur halb so schlimm gewesen. Er habe immer daran geglaubt, dass es besser werde. Schliesslich sei er Optimist, sagt er von sich selber, manchmal höchstens ein wenig auf dem letzten Zacken. 

Zuerst war Unihockey Trumpf

Anders als bei der Berufswahl war es beim Hobby: Schwingen war nicht von Beginn weg seine Passion. Zwar besuchte er als Achtjähriger einige Trainings des Schwingklubs Siehen und absolvierte zwei Schwingfeste, bei denen es auch gleich für die Zweigauszeichnung reichte. Nachher war aber wieder Unihockey Trumpf. Die Schwinghosen blieben links liegen. «So ist das bei uns in Eggiwil», sagt Lars Zaugg. «Entweder man schwingt oder man spielt Unihockey.» Einige Kollegen hätten ihn dann 2016 wieder mit in den Schwingkeller genommen. Dort ist er auch geblieben. Und eine Saison später brachte er zwei Festsiege und 18 Zweige nach Hause. Sein bisher grösster Erfolg war im letzten Jahr der Doppelzweig am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart. 

Drei- bis viermal Training

Die guten Resultate motivieren: Mittlerweile ist Lars Zaugg an drei bis vier Abenden pro Woche im Training anzutreffen, an den Wochenenden stehen die Schwingfeste an. Zu seinen Lieblingsschwüngen gehören der Stich und der «Räbi-Kurz» (Kurzzug nach Art von Patrick Räbmatter). Und seit Neuestem auch der Übersprung. Viel Programm also für einen 16-Jährigen: «Doch, doch», sagt er, «es bleibt genug Zeit, um einfach zu Hause zu sein, Jodelmusik zu hören oder in den Ausgang zu gehen.» Freitag und Samstag gehe er gerne «aktiv furt», grinst er. 

Aktiv ist er auch bei den Jungschützen Eggiwil: Im Amtscup habe es im vergangenen Jahr für den dritten Platz gereicht. Muss er sich aber entscheiden, steht im Moment der Schwingsport im Vordergrund. Schliesslich wolle er möglichst oft um den Kranz schwingen können, sagt er mit Blick auf seine Saisonziele. 

 


 

25.04.2019 :: Sandra Joder
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