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Knapp am Verstand vorbei
Knapp am Verstand vorbei Langnau:

Die Café-Bar «Käpt’n Holger» lud zum ersten Comedyabend und zwar mit der noch nie dagewesenen Kombination der Geschichtenerzähler Christoph Simon und Matto Kämpf.

Von einer Python umwickelt bis zum Atemstillstand? Von einem blinden Krokodil gefressen werden? Oder lieber den Kopf von Rotorblättern des Helikopters in Scheiben schneiden lassen? Am Montag griffen die Wortkünstler Christoph Simon und Matto Kämpf in die schwarzhumorige Kiste und strapazierten dabei die Lachmuskeln des zahlreich erschienenen Publikums.  «Ich bin nicht alt, ich bin nur schon sehr lange jung», gestand Christopf Simon und wusste so manche Geschichte über seinen imaginären Fahrer Fäbu zum Besten zu geben. Der habe sich nämlich auf einem Erlebnisbauernhof von einer Python umschlingen lassen – und er, Christoph Simon, hätte aufpassen müssen, dass er nicht zu Schaden komme. Dass er den Zeitpunkt dann doch fast verpasst hätte, Fäbus Augen standen schon vor wie Trommelstöcke, versteht sich von selbst. Er sei halt ein schlechter Mensch, denn er habe auch schon mal in einer Buchhandlung aus allen Krimis die letzten drei Seiten gerissen. Seine Erzählungen strotzen vor Zwischentönen in Handlungskonstrukten knapp am Verstand vorbei. 

Matto Kämpfs Kunst des Absurden

Herrlich schräg ins Leben gebaut kommen die Geschichten von Matto Kämpf daher, die er abwechselnd mit Christoph Simon erzählte. Da war eine Prinzessin, bei deren Anblick jeder erblindet, und da war ein Prinz, der alle nur durch seine Berührung tötet. Dass dieses Pärchen keine echten Chancen hatte, ist nicht weiter verwunderlich. Der Prinz wurde dann auch erblindet im Burggraben der Angebeteten von einem blinden Krokodil gefressen. Die Moral von der Geschicht’? «Manchmal ist zu viel zu viel.» 

Die Welt wurde von einem Riesen-Murmeli erschaffen, schwadronierte Kämpf weiter. Am ersten Tag habe es die Nebelschwanden beseitigt, am zweiten die Kurtaxe eingeführt, am dritten Pipi gemacht und dadurch die Schweizer Seen erschaffen und am vierten musste es scheis… – so sei St. Moritz entstanden. 

Die Frage, wie er auf solche Geschichten käme, beantwortete Kämpf schlicht mit: «Ich habe mich darauf dressiert.» Doch so federleicht seine Totlachstorys wirken, so beschwerlich kann der Weg zu ihnen sein: «Oft muss ich eine Geschichte mittendrin beiseite legen und warten, bis ich weiterschreiben kann.» 

Opa Werners Weisheit

Dem gutgelaunten Publikum flogen die Pointen nur so um die Ohren: von 50-jährigen Frauen, die einen Hang zu Shabby-chic-Boutiquen hätten, einer Krähe, die Whatsapp-Töne imitiert und eine Schulklasse damit aufmischt oder Opa Werner aus dem Oberland, der meinte: «Lieber als russische Touristen wären mir russische Soldaten, denn als solche darf man sie ja abschiessen.» Nach zwei Zugaben liessen die Gäste im Käpt’n Holger die beiden Schwarzhumorigen von der Bühne.

17.10.2019 :: Christina Burghagen
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