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Klimawandel betrifft auch die Alpen
Klimawandel betrifft auch die Alpen Schüpfheim:

Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband hielt in Schüpfheim seine Hauptversammlung ab. Schwerpunktthema der Fachtagung war die Klimaveränderung. 

Auffallend rege ging die Hauptversammlung des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes über die Bühne, fast bei jedem Traktandum gab es aus dem Saal eine Anregung oder ein Anliegen. Die Themen lauteten unter anderem: Referendum neues Jagdgesetz, Konflikte mit Bikern und Wanderern auf Mutterkuhweiden oder prekäre Borkenkäfersituation. Der Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes, Erich von Siebenthal, führte jedoch souverän durch die Versammlung und die ordentlichen Traktanden wurden genehmigt. Pius Schmid von Flühli vertritt anstelle von Christoph Böbner künftig den Kanton Luzern im Vorstand. 

Klimaveränderung auch auf der Alp 

Als Hauptreferent der folgenden Fachtagung zeigte Peter Bebi vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung die Auswirkungen der Klimaveränderung auf das Sömmerungsgebiet auf. Bis Ende des Jahrhunderts werde es durchschnittlich fünf Grad wärmer sein, wenn die Emissionen unverändert bleiben. Die Folge seien eine zunehmende Intensität und Frequenz von Starkniederschlägen, weshalb vermehrt mit Rutschungen und Murgängen zu rechnen sei. Die gesamte Niederschlagsmenge werde sich nicht wesentlich ändern, jedoch gebe es weniger Regen im Sommer und mehr im Winter. Im Frühjahr sei vermehrt mit Hochwasserproblemen zu rechnen, trockene Sommer wie 2003, 2015 und 2018 würden häufiger. Die Gletscher als Wasserreservoir würden weiter zurückgehen. Die Schneedecke und vor allem die Schneedauer werde sinken, respektive sich in höhere Lagen verschieben, führte Peter Bebi aus. 

Das Pflanzenwachstum werde tendenziell zunehmen, wo genügend Wasser verfügbar sei und aber es den Pflanzen jetzt noch zu kühl sei. Hingegen werden es Pflanzen in Gebieten schwer haben, wo es jetzt bereits trocken sei. Auf den Alpen werde der Verbuschungs- und Verwaldungsdruck zunehmen, die Waldgrenze leicht steigen. Der Mitarbeiter des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung riet den Älplern, die Verbuschung frühzeitig zu verhindern. Mit schweren Tieren in steilen Lagen sei aufzupassen, Gülleaustragung in steilen Hanglagen erhöhe die Rutschgefahr ebenso wie eine Umstellung von Mäh- auf Weidenutzung. 

In die kühle Höhe flüchten 

Die Klimaerwärmung biete für die Alpen jedoch auch Chancen, hielt Peter Bebi fest. Die Gefahr von Lawinen werde sich in höhere Lagen verschieben. Im Sommer könnten mehr Touristen vor der Hitze in die kühlere Höhe flüchten. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis, wie die Alpwirtschaft und der Tourismus erfolgreich zusammenarbeiten, brachte René Epp von der Biosphäre Markt AG, Entlebuch. 15 Partnerbetriebe vermarkten gemeinsam und in Zusammenarbeit mit dem regionalen Tourismus erfolgreich ihre Produkte, da-runter auch einige Alpprodukte. Mit ihrer glaubwürdigen Geschichte böten diese einen echten Mehrwert, für den der Konsument bereit sei, mehr zu zahlen. 


 

Änderungen für Telefone auf den Alpbetrieben

Ende November gehört die analoge Telefonie der Vergangenheit an, was auch viele Alpbetriebe betrifft. Wie die Swisscom mitteilte, wurden für 300 Alpbetriebe ohne Strom-anschluss Lösungen via Mobilfunk oder via Satelliten-Telefon gefunden. 

Weiter orientierte die Swisscom, dass es offiziell keine Winter-
Sistierung des Telefonanschlusses mehr gibt. Alpbetriebe seien jedoch eine Ausnahme, sie könnten sich via Kundendienst melden, wenn sie die Alp verlassen und
mit dem Stichwort «Alpwirtschaft» die Sistierung verlangen bis zum
1. April, teilte die Swisscom mit


14.11.2019 :: Sandra Steffen-Odermatt
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