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Klein, schlau, und ganz schön stark
Klein, schlau, und ganz schön stark Heimisbach:

Peter Züttel züchtet Shetlandponys. Mit seinem -Engagement möchte er zum -Erhalt der Rasse beitragen. Mit der Stute Highlight gewann er an den Schweizermeisterschaften. 

Es war Liebe auf den ersten Blick. Peter Züttel entdeckte während einer Reise in Holland eine Herde Shetlandponys auf einer Weide. «Ich war sofort von ihren anmutigen Bewegungen fasziniert. Ihre klaren, ausdrucksstarken Augen nahmen mich gefangen», erinnert er sich an seine erste Begegnung mit den Tieren vor vielen Jahren. Der Landwirt entschloss sich, selber Shetlandponys zu halten und begann, seine eigene Zucht aufzubauen. Aktuell leben zehn Tiere auf seinem Hof in Heimisbach. Mitte August durfte er mit seiner fünfjährigen Zuchtstute Highlight von Veldzicht einen Erfolg feiern; sie belegte an der Schweizermeisterschaft in Sumiswald in ihrer Kategorie, original Shetlandponys, 3- bis 6-jährige Stuten, klein, den ersten Rang. «Diese Auszeichnung freut mich als Züchter sehr – vor allem auch, weil Highlight tragend ist.» Auch mit weiteren Ponys war er an vergangenen Schweizermeisterschaften erfolgreich.

Fehler im Körperbau und Krankheiten

Peter Züttel ist nicht nur leidenschaftlicher Züchter. Er engagiert sich auch seit über 20 Jahren im schweizerischen Shetlandpony-Verband und amtet als Richter. «Früher traten alle Pony-Rassen gemeinsam zu den Sport-Prüfungen wie zum Beispiel Holzrücken, Springen oder Fahren an. Die Shetland-Ponys wurden aber kaum ernst genommen», sagt Züttel. Das habe ein paar Züchter dazu bewogen, einen eigenen, unabhängigen Verband zu gründen, mit dem Ziel, dem Pony zu mehr Ansehen zu verhelfen und die Zucht zu fördern. «Wir haben heute ein Problem mit den sogenannten Wildzüchtungen. Oftmals werden Tiere günstig im Ausland gekauft, die manchmal versteckte Fehler im Körperbau, Krankheiten oder einen schwierigen Charakter haben», berichtet der Landwirt. Mit diesen Ponys werde dann gezüchtet und die Tiere zu günstigen Preisen angeboten. Oftmals erlebten dann die Käufer eine herbe Enttäuschung, wenn das Tier erkrankt oder an einer Präsentationsshow schlecht abschneidet. Für ihn als Züchter sei es darum wichtig, diesem Trend entgegenzuwirken. «Ich möchte zum Erhalt der Rasse beitragen und schöne, gesunde Tiere anbieten.»

Arbeiten im Bergwerk

Obwohl die Shetlandponys mit einer maximalen Widerristhöhe von 107 Zentimetern zu den kleinsten Pony--Rassen gehören, können sie Grosses leisten. «Zum Beispiel zogen sie die schweren Kohlewagen in den Bergwerken. Sie können das Anderthalbfache ihres eigenen Gewichts ziehen; das ist bei einem Pony von 150 Kilogramm eine Last von 225 Kilogramm», weiss Peter Züttel. Das mache sie, ins Verhältnis gesetzt, zu den Stärksten unter den Ponys und den Pferden. 

Kein Spielzeug für Kinder

Zu Unrecht würden die Tiere oft als Spielzeug für Kinder angesehen. «Die Shetlandponys sind intelligente Tiere. Sie brauchen eine konsequente Erziehung, sonst werden sie frech oder können aus lauter Stress auch mal beissen.» Darum sollten Kinder im Umgang mit den Tieren von erfahrenen Personen begleiten werden. Seine Kinder seien mit den Ponys aufgewachsen und hätten bei der täglichen Pflege mitanpacken müssen. Sie hätten so gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

Die Ponys, die ursprünglich von den kargen Shetlandinseln (Schottland) stammen, sind genügsame Tiere mit einem freundlichen Wesen. «Bei der Fütterung muss allerdings darauf geachtet werden, dass sie nicht zu viel Gras oder energiereiches Futter fressen, sonst werden sie rasch zu dick und krank», warnt der Züchter. Besonders heikel werde es, wenn die Ponys zu
Rasenmähern degradiert würden und kaum Bewegung hätten. Dabei seien die Tiere arbeitswillig und bräuchten Abwechslung. «Ein Shetlandpony kann eine Person bis zu 40 Kilogramm tragen. Aber nebst dem Reiten gibt es auch sonst genügend Möglichkeiten, sie zu beschäftigen. Ich gehe beispielsweise gerne im Zweiergespann fahren.»

 


05.09.2019 :: Veruschka Jonutis
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