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Klänge, die glücklich machen
Klänge, die glücklich machen Langnau:

Chris Speed, der diesjährige Leiter der Jazz-Workshops, unterrichtet auf Augenhöhe und fordert seine Schülerinnen und Schüler dazu auf, Freude zu bereiten.


Saxofonklänge hängen in der Luft. Es ist Chris Speed, der nach zwei Europa-Tourneen kurz Halt in Langnau macht. Der Saxofonist, Klarinettist, Komponist und Bandleader aus New York leitet die Workshops der diesjährigen Langnau Jazz Nights. Mit Baseballmütze, kurzen Hosen und Turnschuhen sitzt der 52-jährige Jazzmusiker vornübergebeugt da und spielt auf seinem Instrument ein paar Tonleitern.  

Die Aula der Sekundarschule füllt sich allmählich. Chris Speed macht sich an seinem Laptop zu schaffen. Zu Beginn der ersten Masterclass stellt er den Anwesenden ein paar Aufnahmen vor, für die er bis heute schwärmt. Für Lester Young etwa, den legendären Saxofonisten aus den 1940er Jahren. Was für ein Klang brachte dieser Musiker hervor und mit welcher Leichtigkeit improvisierte er! In seinem Referat beantwortet Chris Speed viele Fragen aus dem Publikum. Die Aufgabe von Musik sei es, Freude zu bereiten, lautet sein Credo. Der Amerikaner spricht sehr schnell, doch mühelos folgen ihm die meisten im Saal. 

Das Lob des Meisters

Anschliessend eilt Chris Speed ins Höhewegschulhaus zum ersten Band-Workshop, den er gibt. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern handelt es sich um eine bunt zusammengewürfelte Amateurgruppe. Zur Begrüssung spielt Speed auf der Klarinette eine Melodie, die alle zu kennen scheinen. Ohne Noten wird die Melodie ein paar Mal gespielt. Nach dem Durchgang lobt der Kursleiter, «everybody is great» (jeder von euch ist wunderbar), und mahnt die Spieler, auf einen entspannten Klang zu achten: «Bring relax! Make people feel good!» (Sorge für Entspannung! Mache Leute glücklich!) Beim erneuten Durchlauf gibt jeder sein Bestes.  

Alle müssen improvisieren

Bei der Melodie handelt es sich um eine Art Refrain. Die Strophen dazu, je zwölf Takte, werden improvisiert. Alle Teilnehmer müssen ins kalte Wasser springen, auch die Begleitinstrumente. Ob das alle können? Sie können. Keiner der sieben Musiker spielt falsche Töne. Allen gelingt es, etwas Passendes zu spielen. «Great», kommentiert Speed die Improvisation eines Saxofonisten, und beim Solo des Gitarristen huscht ein Lächeln über das Gesicht des Lehrers. 

Farbtupfer im Stück

Während und nach dem Spiel zeigt der Kursleiter verschiedene Begleitvarianten. Er demonstriert, wie man mit Harmonien Farbtupfer ins Stück bringt und wie man gegen Ende des Stücks eine Steigerung hinbekommt. Aufmerksam hören die Teilnehmer zu, suchen die Griffe auf ihren Instrumenten zusammen und memorieren Kadenzen wie sprachlernende Vokabeln. Am Ende des Unterrichts klatschen sie, und Chris Steep packt seine Klarinette ein. Das Mittagessen wartet.

31.07.2019 :: Bettina Haldemann-Bürgi
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