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Im Puff

Im Puff kann es lustig zu und her gehen. Das kann ich bezeugen. Ich zog mit meiner Familie arbeitshalber oft regional und international um. Von einer geräumigen Wohnung in eine kleinere umziehen, bringt unweigerlich ein Puff. Manch ein geliebter Gegenstand, der im Zentrum steht, muss im Keller verschwinden, er wird degradiert. Schnell sammelt sich dort einiges an. Das Puff übernimmt.

Sind wir ehrlich: in der Beziehung zu Gott stellen wir auch so manches einfach mal weg; vielleicht aus Bequemlichkeit, vielleicht aus Zeitmangel. Rein äusserlich scheint unser Leben in geordneten Bahnen zu verlaufen. Das innere Puff lässt sich vertuschen. Manchmal klopft es an die Kellertüre, macht sich leise oder laut bemerkbar. Entscheiden wir uns aufzuräumen oder zu warten, bis uns das innere Puff zu erwürgen droht? Wollen wir uns für den ehrlichen Weg entscheiden? Das gedankliche und seelische Durcheinander aufräumen, verlangt etwas Mut, bringt aber Linderung und Befreiung. Manchmal ist es einfach an der Zeit, einiges loszulassen. Es hilft, mit einem Freund oder einem Seelsorger darüber zu reden, zu beten und im Loslassen Vergebung zu empfangen; dann kann es auch in meinem Inneren wieder fröhlich zu und her gehen. So hat es auch der alte Staatsmann David bereits erlebt. Er sagt: «Erst wollte ich meine Schuld verheimlichen. Doch davon wurde ich so schwach und elend, dass ich nur noch stöhnen konnte. ... meine Lebenskraft vertrocknete wie Wasser in der Sommerhitze. Da endlich gestand ich... Ich will dem Herrn meine Vergehen bekennen! Und wirklich: Du hast mir meine ganze Schuld vergeben.» Jetzt klopft es nicht mehr an die Kellertüre und schnürt einem die Luft ab. Denn es ist aufgeräumt, wir sind es losgeworden und können unseren Weg erleichtert weiter gehen. Ein Puff – das war einmal.

30.08.2018 :: Philipp Schmuki, Pastor der Kirche Kehr/Alttäufer, Langnau
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