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Im Emmental sollen Sonnen- und Holzenergie stärker gefördert werden
Im Emmental sollen Sonnen- und  Holzenergie stärker gefördert werden Emmental: Die Regionalkonferenz befasste sich mit der Umsetzung der Energiestrategie 2050. Dass man handeln muss, war klar, wie und in welchem Tempo, war aber umstritten.

Rund 50 Gemeindevertreterinnen und -vertreter liessen sich an einem Anlass der Regionalkonferenz Emmental in Kirchberg von Fachpersonen über die Energiestrategie 2050 des Bundes informieren. Es wurde auch darüber gesprochen, wie diese im Emmental umgesetzt werden könnte. «Man hat den Eindruck, dass 2050 weit weg ist und noch viel Zeit bleibt», führte Jürg Rothenbühler, Präsident der Regionalkonferenz, in das Thema ein. Die sichtbaren Folgen des Klimawandels und die Demonstrationen von jungen Leuten zeigten aber deutlich, wie wichtig es sei, sich ernsthaft mit dem Thema zu befassen.

Energieeffizienz steigern

Raoul Knittel, Geschäftsführer der Firma «Strom von hier», Trubschachen, sowie Vertreter anderer Energieunternehmen und des Kantons wiesen darauf hin, dass die Energieeffizienz zwingend gesteigert und erneuerbare Energien gefördert werden müssen. Im Emmental liege vor allem viel Potenzial in der Solar- und Holzenergie. Der Wärmeverbund Langnau, der stetig ausgebaut werde, sei diesbezüglich ein gutes Beispiel (siehe Kasten). Michael Gerber, kantonaler Denkmalpfleger, zeigte auf, dass man auch geschützte Bauten durch Wärmedämmungen von oben und unten her oder mit vollflächigen Solaranlagen auf nicht verwinkelten Dächern energetisch auf Vordermann bringen könne. «Gesparte Energie ist die beste Energie»: In diesem Punkt waren sich die Referenten einig.

«Vorwärts machen, Chancen nutzen»

«Wie wird sich das Emmental durch die Umsetzung der Energiestrategie bis 2050 verändern?» Mit dieser Frage eröffnete Jürg Rothenbühler das anschliessende Podiumsgespräch. Vermutlich werde es deutlich mehr Solardächer, Holzenergieanlagen und ein grösseres ÖV-Angebot geben, betonte Regula Rytz, Nationalrätin Grüne, und fügte an, dass die Schönheit der Region unangetastet bleiben müsse. Dem mochte Manfred Bühler, Nationalrat SVP, nicht zu widersprechen. Er gab aber zu bedenken, dass die gesellschaftspolitischen Ansichten nicht zu unterschätzen seien. «Windräder und neue oder höhere Staumauern sind mehr als umstritten, das Anwachsen der Bevölkerung wird Spuren in den Ortsbildern und der Landschaft hinterlassen», betonte er und ergänzte, dass man deshalb nichts erzwingen könne. Rytz wiederum erinnerte an die globale Verantwortung, die die Schweiz bezüglich nachhaltiger, erneuerbarer Energie habe und forderte: «Wir müssen jetzt vorwärts machen, die regionale Wirtschaft soll die sich bietenden Chancen der Energiewende nutzen.»

Mutige Gemeinderäte gefordert

Die angeregte Diskussion über die zu begehenden Wege der Energiewende verlief zum Teil kontrovers. Ein Landwirt betonte, dass zügig gehandelt werden müsse. Seine Quelle liefere nur noch wenig Wasser. Wald und Holz seien stärker zu fördern, auch mit Steuergeldern. Ein Schreinermeister verlangte Importzölle auf Holz. Ein weiterer Votant wies darauf hin, dass das Aufladen von vielen Elektroautos im Winter zu Engpässen im Strombereich führen könnte. Jürg Rothenbühler forderte die Gemeinderäte zu mutigem Handeln auf. «Hört auf die Jungen und entscheidet nicht zu Lasten der Zukunft. Erstellt Baureglemente, welche die erneuerbaren Energien fördern, zum Beispiel bei Zonen mit Planungspflicht», zog er am Schluss der Veranstaltung
Bilanz.

130 Gebäude sind angeschlossen

Der Wärmeverbund Langnau wächst. Gemäss aktuellen Zahlen der Betreiberin (Genossenschaft Elektra Baselland) sind mittlerweile 130 Gebäude, darunter auch etliche grosse mit öffentlicher Nutzung, angeschlossen. Der Energieverbrauch entspricht jenem von rund 750 Einfamilienhäusern. Die benötigte Holzmenge aus der Region beträgt 17’000 Kubikmeter Hackschnitzel. Damit werden 1,4 Millionen Liter Heizöl ersetzt und 3800 Tonnen CO2 kompensiert.

23.05.2019 :: Walter Marti
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