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Hüt wirds süess: Es git no meh Dessär

I ne Teig wie me ne macht für Öpfuchüechli, het me o «Zahmkirschen» taa. Me het im 18. Jahrhundert zwüsche de wiude Chirschi u de zahme ungerschide. Die wiude sy süürlech-bitter gsy, die zahme süess. Ds Rezäpt schlaat vor, dass me gäng drü bis vier Chirschi am Stiu zämebingt u se de nachhär imene Teig tüeg ylege u de usbache. Für die bessere Herrschafte chönn me o vorhär d Steine usenäh u drfür e zuegschnittne Manduchärn drytue. Das gub bi de hüttige Löhn es tüürs Dessär! Früschi Frücht oder Créme hani kener Gfunge im Büechli vo 1749. Das isch aber nid ganz abwägig, was nid isch kochet gsy, het logischerwys chöne Buchweh gää. Me het zwar nid gwüsst werum, aber dä Zämehang «unkochet = Buchweh» het me scho kennt. Ärdbeeri het me nume die us em Waud kennt, die hütige Garteärdbeeri sy mit dene nid diräkt verwandt. Wüu d Sämli i de Waudärdbeeri bitter wäre, weme se chochet, het me ke Gonfi us dene Beeri gmacht. Es isch de o nume eis Rezäpt mit dene Beeri drinn. Dert wärde d Ärdbeeri gmüeslet, mit Brotbrösmeli, Zucker u gschlagnigem Eischnee vermischt. Nächär chunnt e chly Zimmet druf u de die Masse fingerdick uf ene Brotschibe stryche u im Anke usbache, aber das dörf de nid brun wärde, obe. Tönt guet, das müesst me einisch usprobiere. 

Hie hätt i no es angersch Rezäpt:  Me nimmt afe einisch acht Deziliter Nidle u drzue no acht Eigäub u tuet das guet schlaa, nimmt Zucker, Zimmet, Rosewasser u Wybeeri u tuet aus guet zämerüehre. Itz muess die ganzi Masse uf ds Füür u me muess gäng guet rüehre. Es muess schön sydig blibe, drum heisst das Dessär o «Seiden-Müesslein». Am Schluss tuet me das i ne Platte u schabt no e chly Zucker vom Stock drüber u e chly Zimmet darfs ou no vertrage, we me das gärn het. Me cha ds glyche Dessär o mit Eiwyss mache. Es bruchi de aber uf die acht Deziliter Nidle zäh Eiwyss. Ds Eiwyss muess me mit em Bäseli guet ufschlaa (vomene Mixer heissts im Chochbuech vo 1749 nüt) u de muess me d Nidle u ds styfe Eiwyss guet mische, e chly Rosewasser u Zucker dri gäh u am Schluss ufem Füür o la ufchoche. O das muess schön zart wärde u muess äbe wyss blybe. Bi gwüsse Rezäpt muess i einisch de afe usprobiere, ob das überhoupt öppis gäb. 

We öpper vo öich Läser ds letschte Rezäpt für «Braune Läckerli» wott usprobiere, de wetti de es Müschterli: 4½ Pfung Mäu, 3½ Pfund Zucker zäme mische. Der Zucker muess guet gmörseret sy, schliesslich gits denn nume afe Zuckerstöck! Nachhär muess me d Schale vo sächs Zitrone fyn schnide u dritue. Itz chöme 40 Nägeli, e chly Mutschgetnuss u drü Glas Hungg derzue. Wasser dri bis es gschmeidig isch u drnah imene ysige Brathafe la ufschuume. E Guete!

30.08.2018 :: Hans Minder, Lokalhistoriker
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