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Gott fängt etwas an mit Buchstaben
Auszeit:

Der Jahreswechsel mahnt uns, die uns im Jahr 2019 geschenkten Tage nicht gedankenlos, sondern bewusst zu verleben. Die folgende jüdische Weisheitsgeschichte könnte uns dabei behilflich sein.

Eines Abends spät merkte ein armer Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Da ging mitten im Wald ein Rad seines Karrens entzwei, und es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte, ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte. Also betete er: «Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, dass ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: ich werde fünfmal langsam das ganze ABC aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann.» Und der Herr sagte zu seinen Engeln: «Von allen Gebeten, die ich heute gehört habe, ist dieses ohne Zweifel das beste, weil es aus einem einfachen und ehrlichen Herzen kam.»

Diese Geschichte mit dem Alphabet als Gebet ist ein Spiegel unseres menschlichen Lebens. Die Buchstaben, das sind unsere Worte, Taten, Unterlassungen. Es ist darunter gewiss viel Ungereimtes und Fehlerhaftes. Doch haben wir den Mut, unsere Buchstaben Gott in -Bescheidenheit anzubieten.
Da er barmherzig ist, kann er die Buchstaben zu einem Gebet formen.
Dies zu wissen ist tröstlich und befreiend, und schenkt uns Gelassenheit – einen wertvollen geistigen Proviant für die Reise durch das ganze Jahr.

04.01.2019 :: Rudolf Vogel
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